YFU Switzerland

Feiertage in Argentinien

Es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe, dafür habe ich jetzt aber viel zu erzählen…
Vor etwa einem Monat war bei uns „dia de los estudiantes“, nur, dass das nicht nur einen Tag gefeiert wurde, sondern eine Woche. In dieser Woche hatten alle Schüler schulfrei und meine Familie und ich reisten nach Jujuy. Dort traf ich mich mit meiner deutschen Freundin, welche ich in Buenos Aires kennengelernt habe. Zusammen mit ihr und ihren Freundinnen besuchten wir am Abend die „desfile“. Jede Schule in San Salvador de Jujuy (und davon gibt es über 100) hat einen Carroza, also so etwas wie einen Wagen, gebaut und jeder hatte ein anderes Motto: Dinosaurier, Asien, Vögel, Mickey Mouse, Argentinien usw. Am besten hat mir der Wagen mit dem Thema Star Wars gefallen, welcher schlussendlich den 5. Platz bekommen hat. Die Carrozas waren riesig, blinkten und funkelten und jeder war grösser und schöner als der Andere. Auf ihnen winkten die „Reinas“ jeder Schule in schönen Kleidern. Die „eleccion reina“ ist hier auch ein Highlight, welche in jeder Schule einmal im Jahr durchgeführt wird. An einem Abend versammelten sich alle Schüler in der Schule und die Teilnehmerinnen wurden nacheinander unter grossem Gejubel aufgerufen. Meine Klassenkameradin hat auch mitgemacht und schlussendlich auch gewonnen. Danach gab es eine Ausscheidung für die ganze Stadt (mit den Gewinnerinnen unserer 3 Schulen), in welcher auch wieder meine Freundin gewann. Danach gab es die Ausscheidung für jede Provinz (in welchem meine Freundin ausschied) und am Ende das Finale, in welcher die „reina“ für ganz Argentinien ausgesucht wurde. Dies fand in San Salvador de Jujuy statt. Da ich um diese Zeit gerade in Jujuy bei meiner Freundin war, gingen wir zusammen mit ihren Freundinnen ans Finale der „eleccion reina“. Durch verschiedene Darbietungen, wie beispielsweise einem Zauberer oder Tanzaufführungen, war das Finale sehr unterhaltsam. Anschliessend auf die Krönung der „reina 2016“ folgte eine bekannte argentinische Rock-Band.
Zurück in meiner Stadt gab es auch eine „desfile“, nur war diese viel unspektakulärer als in Jujuy, da die Carrozas kleiner und nicht ganz so schön waren… Ausserdem gab es nur etwa 10 Carrozas.
Ein weiterer Programmpunkt des „dia de los estudiantes“ ist das „pintada“. Alle Schüler unserer Stadt versammelten sich auf dem Platz und „kauften“ sich ein Stück davon, welches sie dann bemalten. Schlussendlich war nicht nur der ganze Platz voller Farbe, sondern auch jeder im Gesicht angemalt…!
Vor 2 Wochen war bei uns schon Karneval. Zwar nur „carnaval de los estudiantes“ aber immerhin. Mir wurde erzählt, es gäbe hier viele verschiedene Karnevals, der grösste jedoch sei eindeutig im Februar. Viele aus meiner Schule haben in bunten Kleidern getanzt, die Jungs traditionell im rotem Poncho. An diesem Wochenende besuchte mich meine deutsche Freundin aus Jujuy. Normalerweise geht jede Schule einmal im Oktober nach Yavi, einem nahegelegenen Dorf, um zu grillieren, Volleyball oder Fussball zu spielen und manche übernachten auch dort, nur war mein Kurs ein wenig spät dran, weswegen wir nicht hingingen. Dafür sind wir mit meiner Familie hingefahren, haben die angeblichen Azteken-Zeichnungen und die Hölle des Teufels angeschaut und sind auf einen kleineren Berg gewandert, von welchem wir den Sonnenuntergang gesehen haben und Mate getrunken haben. Am nächsten Tag besuchten wir die Manka Fiesta, welche einmal im Jahr in Quiaca stattfindet. Man konnte von Lama Fellen, toten Gürteltieren, Schafsköpfen, Hühnern, Ton-Sachen bis hin zu schönen Holzmöbeln, alles kaufen! Dann verabschiedete ich mich auch schon von meiner Freundin, die wieder nach Jujuy zurückreiste. Es war schön, endlich mal wieder Deutsch zu sprechen.
Speziell wird hier auch der Geburtstag gefeiert. Das Geburtstagskind wird nach der Schule mit Eiern, Mehl und teilweise auch Bier beworfen. Am Abend gibt es dann ein grosses Fest, mit schön verziertem Kuchen, in welchen man das Gesicht des Geburtstagskindes drückt.
Gestern hat meine Mutter mit meiner kleinen Schwester den ganzen Nachmittag „pan dulce“ (süsses Brot) gebacken, für den „dia de todos santos“ (2. November), an welchem wir keine Schule haben, dafür aber die Toten ehren und sich die ganze Verwandtschaft versammelt, um zusammen zu essen und feiern.
So, jetzt seid ihr wieder auf dem neusten Stand der Dinge. Ich versuche ab jetzt, öfter zu schreiben:) nos vemos!:)

img_4017img_4429img_3782
img_4341img_4425img_4400

Meine ersten Wochen in Argentinien

Seit drei Wochen lebe ich nun schon in Argentinien. Die Zeit in meinem kleinen Städtchen vergeht rasend schnell. Die ersten vier Tage verbrachte ich zusammen mit den anderen YFU-Austauschschülern am Stadtrand von Buenos Aires. Diese Tage haben mir sehr geholfen, um einen ersten Eindruck für Argentinien zu gewinnen. Das Camp hat mir sehr gefallen, die Volunteers waren alle sehr nett, das Essen war super und das Programm immer sehr interessant!:) Einzig die kalten Duschen waren ein wenig ein Problem…:D
Am darauffolgenden Montag verstreuten sich alle Austauschschüler in ganz Argentinien. Um 6 Uhr morgens flogen Anne & ich nach San Salvador de Jujuy, die Hauptstadt meiner Provinz. Dort angelangt, wartete Annes Familie schon auf uns und wir fuhren zu Annes neuem Zuhause. Nach ein paar Stunden Aufenthalt bei ihnen fuhr ich von Jujuy 5 Stunden mit dem Bus nach La Quiaca, meinem Zuhause. Während alle anderen Reisenden sich nicht um ihre Umgebung kümmerten, staunte ich über die endlos wirkende Landschaft, die Kakteen und die verschiedenfarbigen Anden. Bei meiner Familie angekommen, freute ich mich riesig, endlich nach langer Zeit des Wartens, meine Familie zu sehen. La Quiaca ist eine der nordwestlichsten Städte von Argentinien, direkt an der Grenze zu Bolivien. Die Stadt befindet sich auf 3’500 M.ü.m., was bedeutet, das es meistens sehr kalt ist (ich schlafe mit 4 Decken:D). Meine Familie ist unglaublich lieb und ich habe mich sofort wohl gefühlt. Am nächsten Tag ging es dann schon ab in die Schule, wo ich natürlich sofort von duzenden Mitschülern umringt wurde. Da ihr Englisch nicht besonders gut und mein Spanisch überhaupt nicht vorhanden war, konnten wir uns nur mit Händen und Füssen verständigen. Schon am ersten Tag sind 2 Stunden ausgefallen, also schloss ich mich meinen neuen Freunden an und folgte ihnen zum „Platz“, dem Treffpunkt hier in der Stadt. Die Schule hier ist sehr verschieden als in der Schweiz. Um 8.oo Uhr versammeln sich alle Schüler und während die argentinische Nationalhymne abgespielt wird, ziehen 2 Schüler die argentinische Flagge hoch und das jeden Morgen. Zweimal in der Woche besuche ich ein Institut, um Spanisch zu lernen. Zudem habe ich zweimal in der Woche eine Stunde Schulsport am Nachmittag (normalerweise hat man nur am Morgen Schule). Im Sportzentrum gehe ich einmal die Woche Volleyball spielen und obwohl ich die Schlechteste bin, macht es mir sehr viel Spass.
Letztes Wochenende sind meine Familie und ich nach Jujuy gefahren. Dort haben wir so viel gekauft, wie im Auto Platz hat und haben Verwandte getroffen, welche in Jujuy leben. Meine Mutter hat mir die Sehenswürdigkeiten gezeigt, wie beispielsweise die Kathedrale. Während der Autofahrt durch die Pampa haben wir Mate getrunken, typische Jujuy-Musik gehört und immer wieder angehalten, um Fotos zu machen.
Argentinien, insbesondere Jujuy, hat unglaublich viele Feiertage: Tag der Kinder, Tag der Sekretärin, Tag des Lehrers und Éxado Jujeño… Und diese sind alle erst in meinen 3 Wochen hier gewesen!
Am Éxado Jujeño hatten alle Schüler frei und es gab eine grosse Parade mit allen Schulen mitten durch die Stadt. Auch ich lief bei meinem Institut mit. Das war ein wirklich tolles Erlebnis!
Zum Schluss muss ich noch das argentinische Essen loben!!! Ich liebe Empanadas (ein wenig wie Teigtaschen), Tamales (Mais mit Fleisch), Dulce de Leche (das schmieren sich die Argentinier überall drauf, es ist sehr süss) und natürlich das argentinische FLEISCH… Jeden Tag gibt es riesige Portionen Fleisch. Allgemein essen die Argentinier unglaublich viel…!
So, jetzt habe ich genug erzählt… Ich melde mich bald wieder!:) Fotos folgen, sobald ich einmal gutes Internet habe (was hier sehr selten ist)!

Julia:)