YFU Switzerland

Schon 3 Wochen China #1

你们好!

Ich heisse Johanna, bin 16 Jahre alt und jetzt schon seit gut drei Wochen hier in Peking. Ich wohne im Tongzhou Distrikt südöstlich vom Zentrum, im 10. Stock eines Hochhauses.

Die Aussicht aus meinem Zimmer, das ich mit meiner Gastschwester teile.

Die Aussicht aus meinem Zimmer, das ich mit meiner Gastschwester teile.


Es regnet gerade richtig heftig, laut meinem Gastbruder der heftigste Regen in diesem Sommer. Aber fangen wir doch von vorne an. Am Morgen des 11. August bin ich zusammen mit meinen Eltern Sepp und Ruth, meiner kleinen Schwester Lina und meiner besten Freundin Anna nach Zürich zum Flughafen gefahren. Während der Fahrt habe ich von Anna noch eine Abschiedsgeschenk bekommen, ein Glas voll Bern, zusammengestellt von Mitschülern, Freunden und Familie.
Mein Glas voll Bern.<3

Mein Glas voll Bern.<3

Ich war sehr gerührt und habe mich entschieden, die darin enthaltenen Briefe und Karten während dem Flug zu lesen, der doch immerhin zehn Stunden dauerte. Davor hatte ich am meisten Angst, vor dem Flug. Ich fliege gar nicht gern! Die Vorstellung, dass unter mir 10 km nichts ist, ist mir einfach nicht geheuer. Doch ich wurde positiv überrascht. Der Flug war sehr angenehm, wir hatten keine Turbulenzen und ich konnte sogar etwas schlafen. Wir sind zu zweit geflogen von der Schweiz aus, ich und Vanja, der nun in Tianjin ist. Die Verabschiedung war tränenreich jedenfalls für Anna und Lina. Ich habe mir vorgenommen nicht zu weinen und ich habe es geschafft.:) Doch im Flugzeug, als ich die wirklich sehr rührenden und süssen Briefe gelesen habe, sind mir dann doch ein par Tränen gekommen. Ich bin in Zürich am 11. August um 13:20 Uhr gestartet und am 12. August um 05:15 in Peking gelandet, als für mein Schweizer Zeitgefühl 23.30 war.
11.8.15 Anzeigetafel in Zürich am Flughafen
Doch nix mit schlafen. Ich wurde am Flughafen von YFU China Volounteers empfangen und musste dann noch bis am Mittag warten, weil dann die letzten Austauschschüler ankamen.Mit einem der Volounteers habe ich mich auf Französisch unterhalten. Das war echt strange, Französisch in China! Wir sind alle zusammen mit einem Bus an die Grenze von Peking in ein dreitägiges Camp gefahren. Ich habe an diesem langen Tag sogar noch Sport gemacht. Unser Team hat gewonnen und wir haben einen YFU-Anstecker als Preis erhalten. Die par Tage haben echt Spass gemacht! Ich habe mir das Zimmer mit einem Mädchen aus Deutschland, Isabel, und einem aus Finnland, Annika, geteilt. Am Samstag sind wir dann ins YFU Office im Zentrum von Peking gefahren und haben dort unsere Gastfamilien getroffen. Während der Fahrt wurde ich immer nervöser und nervöser. Ich hatte zwar schon Kontakt mit meinen Gastgeschwister gehabt und mich auf Anhieb mit ihnen verstanden, vor allem mit meinem Gastbruder. Aber nun, da es so kurz bevorstand…Als wir im YFU Office im 12. Stock angekommen waren, war meine Familie schon da. Meine Gastmutter, die kurze Haare hatte und nicht lange wie ich aufgrund des Fotos, dass ich von YFU erhalten hatte, erwartet hatte. Mein Gastvater, den ich mir genau so vorgestellt hatte, mein Gastbruder Ciel (15) (Ciel ist sein Englischer Name, ist für Ausländer einfacher zum aussprechen.), der um einiges grösser war als ich ihn mir vorgestellt hatte und meine Gastschwester Grace (14). Sie haben mir geholfen mein Gepäck im Auto zu verstauen und dann giengs los.
Fürs erste Mittagessen fuhren wir in ein Restaurant.Es gab keine Gänge wie in der Schweiz, so Vorspeise, Hauptgang, Dessert, sondern alles auf einmal. Es waren viele Teller und es kamen immer mehr dazu. Eines davon waren Süssspeisen, unter anderem „糖火烧(táng huǒ shāo)“, so kleine Kugeln, gibt sie aber auch Faustgross. Ich dachte, da sie so klein sind, dass man sie ganz isst und habe mir eines genommen und gegessen. Dann erst habe ich gesehen, dass mein Gastvater trotz der Grösse nur Stück für Stück abbeisst. Mir wurde auch gleich klar warum, sie waren nämlich sehr trocken.Ich konnte es kaum schlucken und habe es nur mit einem Glas Wassermelonensaft runter gekriegt. Wir mussten alle ziemlich lachen.:D
1. Chinesische-Küche-Lektion!;)

1. Chinesische-Küche-Lektion!;)


Nach einer knappen Woche bei der Familie, es war Freitagabend, haben wir zusammen „The Voice of China“ geschaut. Mein Gastbruder da gerade in Seoul mit seinem Vater, doch das war für ihn kein Hinderungsgrund, er hat einfach über FaceTime mit geschaut. Wir haben das Handy meiner Gastmutter auf den Glastischchen vor dem Fernseher gestellt und ab und zu überprüft ob die Verbindung noch da war.:P
Die ganzen ersten zwei Wochen hatte ich von 09:30-11:30 Uhr Chinesisch Unterricht im YFU Office, zusammen mit den anderen Austauschschülern in Peking.
Auf dem Sofa im Unterrichtszimmer. V.l.n.r.: Annika aus Finnland, Edward aus Estland und Maya aus den USA

Auf dem Sofa im Unterrichtszimmer. V.l.n.r.: Annika aus Finnland, Edward aus Estland und Maya aus den USA


Jeden Morgen Subway, eine ganz neue Erfahrung. Weil egal wie voll die Busse in der Schweiz auch sind, sie kommen nie an die Subway hier in der Rushhour ran! Es quetschen sich so viele Leute herein, wie rein physikalisch gesehen reinpassen. Jeder Platz wird genutzt. Man kann sich oft nirgends mehr festhalten, aber kommt es dazu, ist es auch nicht mehr nötig, weil man eh nicht stolpern, geschweige denn umfallen kann.
Am 24.8 bin ich mit den anderen aus Peking einen ganzen Morgen an die Leichtathletik WM ins Olympiastadion. Es war einfach nur beeindruckend! Alle Sportler nur wenige Meter vor einem.Wir waren total nah am Feld, in der 4. Reihe. Unser Sektor war kaum besetzt weil wir voll in der Sonne waren. Gott sei Dank hatte ich zufälligerweise noch mein Regenschirm im Rucksack, so konnte ich mich etwas vor der Sonne schützen. Ohne den wäre nach den 3h die wir dort gewesen sind ganz schön geröstet gewesen. Olympiastadion
Vorgestern haben wir die Grosse Mauer besucht。 Mit Tante, Onkel und Grosseltern. Es war kein offizieller Ort, deshalb hatte es nicht so viele Leute. Ich bin mit Ciel den begehbaren Teil der Mauer abgelaufen, während die anderen am See gefischt haben. Es gibt ein Chinesisches Sprichwort, es besagt: Wer die Chinesische Mauer nicht erklommen hat, ist kein Krieger!
Überall auf den Hügeln sind Teile der Mauer verstreut, sie ist an vielen Orten zerfallen.

Überall auf den Hügeln sind Teile der Mauer verstreut, sie ist an vielen Orten zerfallen.

再见!?