YFU Switzerland

Vintern är har

Tja!*

*kein deutsches Tja…, sondern ein schwedisches „Scha!“, also Hallo 🙂

Nun ist es März, und damit offiziell vorüber mit dem Winter. Nicht so in Schweden. Im Februar zeigte das Thermometer über mehrere Wochen Minusgrade bis zu -12°C und der Schnee erhellte die langen Nächte. Für mich ein Traum – habe ich ja gehofft, in Schweden endlich ein Mal einen richtigen Winter zu erleben, etwas, das in Basel halt doch eher selten ist. Und ob ich das durfte! Auf dem Mälaren, der See, der in Stockholm auf das Meer trifft, schwimmen Eisschollen, nach der Schule wird noch schnell das Ämtli Schneeschaufeln erledigt und die Freizeit ist von Schlittschuhlaufen, Langlaufen und Schneespaziergängen geprägt. So kam ich zum Beispiel letzten Dienstag von der Schule nach Hause, um gleich von meinem Gastvater ins Auto gepackt zu werden, um in das eine Stunde entfernte Lida-Naturreservat zu fahren, da dort ein Nachtschlittschuhlaufen bei Fackelschein unter klarem Sternenhimmel auf dem See Getaren stattfand. Solche Erlebnisse sind jeweils wunderschön.

 

Dort oben war ich!

Doch mein Wintererlebnis schlechthin war die Woche in Lappland, die ich im Snowtrail Dogcamp (http://snowtraildogcamp.com/winter/) erleben durfte. Das Camp wird von schweizer und deutschen Auswanderern geführt und bietet undeschlittentouren für Touristen an, in mitten atemberaubender Natur, ungefähr 150 km nördlich des Polarkreises. So kam es, dass ich allein in ein kleines Flugzeug stieg, um zwei Stunden später in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, zu landen. Dort wurde ich abgeholt, und nach einer Stunde Autofahrt kamen wir auf einem verschneiten Parkplatz an. Dort wartete ein Schneemobil, das gängigste Verkehrsmittel in Lappland (es gibt sogar staatliche Schneemobilpisten, ähnlich wie Autobahnen) mit einem Schlitten, ausgekleidet mit Rentierfellen. Was hier nach Touristenkitsch klingt, ist eigentlich wirklich die beste Möglichkeit, warm und schnell auch die abgelegensten Orte

Glaubt es oder nicht, aber das ist ein See.

zu erreichen. Nach einer Fahrt durch die lappländische Weite, mit den zierlichen Nadelbäumen und Birken und den kahlen Hügeln, begann meine Woche im hohen Norden. Ich half in der Küche, bereitete Frühstück für die Gäste vor, ging mit Schlittenhunden spazieren, sah ein blasses Nordlicht, durfte das Hundeschlittenfahren ausprobieren, erlebte die extreme Ruhe der nordischen Natur und sah vier Rentiere majestätisch vorbeigaloppieren. Ich durfte Eisfischen ausprobieren, schaufelte Schnee, überwand mich, nach der Sauna ins Eisloch zu steigen und habe gelernt, dass man eine Woche auch ohne fliessendes Wasse überleben kann, da die Rohre bei -20°C eingefroren waren. Ich bin extrem froh, diese Chance genutzt zu haben, und den lappländischen Winter erlebte.

 

Hundeschlitten fahren (Auch hier: Ein See)

Es war nicht so  schwer, wie ich gedacht habe, einfach alleine loszuziehen, um Neues zu erleben.  Es war nicht so schwer, alleine zu fliegen, mich als einzige 16-jährige mich in ein schon länger bestehendes Team einzufügen und mitanzupacken.  Ich habe gemerkt, dass ich mir mehr zutrauen kann als ich immer gedacht habe. Nun freue ich mich doppelt auf das Sommercamp von YFU, wo ich nochmal in den hohen Norden reisen werde, um dann den lappländlischen Sommer und die Mitternachtssonne zu erleben.

 

Ja, nun ist es März, und ich habe noch keine einzige Blume den Kopf aus die Erde recken sehen, nicht einmal ein Schneeglöckchen. Im Gegenteil – für nächste Woche sind wieder Schneesturm und Minusgrade angesagt. Der schwedische Winter ist wohl noch nicht so schnell zu Ende – und glaubt es oder nicht – langsam reicht es auch mir. Drückt die Daumen, dass der Frühling bald kommt!

 

Ja, mina kära vänner, vi hörs!

Fina