YFU Switzerland

Lucia, Jul och Nyårsafton

Tjena!

Einige „Tärnor“, ich die zweite von links, und unser Chorleiter kurz vor unserer letzten Vorstellung

Nun ist es Januar, und die aufregende, aber auch anstrengende Weihnachtszeit damit zu Ende. Seit dem letzten Eintrag ist viel geschehen. Begonnen hat alles mit Lucia, einem schwedischen Festtag, bei dem ein „Luciatåg“ singend durch Strassen, Schulen, Firmen, Kirchen etc. zieht, angeführt von der Lucia, die eine Krone mit brennenden Kerzen trägt, gefolgt von den „tärnor“ und den „stjärngossar“. Diese Tradition soll Licht in die schwedische „Vintermörkret“, also Winterdunkelheit, bringen. Meine Schule nahm diesen Festtag als Musikschule natürlich sehr ernst, und so probten die drei Chöre der Schule seit dem Sommer Lucia-Lieder. Kurz vor Lucia hatten wir dann tagelange Intensivproben, die einen todmüde und mit heiserer Stimme in den Abend entliessen. Diese Intensivtage waren für mich und die anderen Austauschschüler jedoch wahre Goldgruben, denn dadurch lernten wir viele Schüler viel besser kennen und ich bin so froh,  sagen zu können, dass ich in der Schule endlich Anschluss und einige Freunde gefunden habe. Der Chor, in den ich eingeteilt worden war, blieb in Stockholm, während einer ins Tessin (also in die Schweiz!) reiste und der andere in Italien unter anderem im berühmten Petersdom performte. Wir, die in Stockholm blieben, hatten am Luciamorgen drei Vorstellungen in zwei verschiedenen Firmen, da meine Schule, eine Friskola*, damit Geld verdienen konnte. *Friskolor sind die schwedische Form von Privatschulen, da aber Bildung in Schweden nichts kosten darf, müssen die Schulen halt anderweitig zu Geld kommen…                                  Da wir dafür um halb sechs aufstehen mussten, um unsere Kostüme anziehen und um pünktlich noch vor der Morgenddämmerung auftreten zu können, hatten wir die Möglichkeit, in der Schule zu übernachten. Das war sehr schön und wir haben viel gelacht. Als Austauschschülerin durfte ich dann sogar einmal selber Lucia sein, was zwar bedeutete, dass mir während der Vorstellung heisses Wachs über das Gesicht lief, aber das war es absolut wert.  

Nach Lucia hatten wir dann endlich Ferien. Zwar hatte ich in dieser Zeit hin und wieder etwas Heimweh, aber ich traf viele Freunde zum Schlittschuhlaufen, Backen und fika. Typisch schwedisch backte ich natürlich auch massenweise Pepparkakor und dekorierte ein kleines Pepparkakshus.

Mit einigen Schulkolleginnen nach dem Weihnachtskonzert

Dann war auch schon Julafton, also der 24. Dezember, da. Nach „Tomtegröt“, eine Art Milchreis mit Zimt und einer versteckten Glücksmandel, zum Frühstück und dem Öffnen der Julstrumpor (Die Socken über dem Kamin), stürzten wir uns in die Vorbereitungen fürs „Julbord“ („Weihnachtstisch“, also Weihnachtsbuffet, seltsamerweise am Mittag gegessen) verschiedenste eingelegte Fische, Kaviar, Wurst, Schinken, Kartoffelngratin mit Fischstückchen drin und natürlich Köttbullar. Danach wurde natürlich „Kalle Anka“ geschaut und dazu gab es meine selbstgemachten Brunslis, die sehr gut ankamen. Der Tag klang bei gemütlicher Bescherung und Kerzenlicht aus.

Ich fahre Längfärdsskridskor auf einem See

 

Die restlichen Weihanchtstage ging ich gemütlich an, fuhr zum ersten mal auf einem See „långfärdsskridskor“, also eine Art Schlittschuh, natürlich ausgestattet mit lauter Eispickel und Reservekleider falls man ins Wasser plumpst, und genoss die freien Tage. Das neue Jahr begann ich mit Celia und ihrer Gastfamilie, ihren Blog findet ihr hier: http://ett-ar-i-sverige.webnode.com/

Nun sind die Ferien seit einer Weile vorüber, wir konnten in der Schule neue Gesichter begrüssen und der Alltag stellt sich wieder ein. Zwar waren die letzten Wochen immer wieder von Heimweh geprägt, aber ich sehe dass es vorwärts geht. Mein Schwedisch wird immer besser, ich schreibe nun auch die allermeisten Arbeiten mit und verstehe fast alles problemlos. Ich bin wirklich gespannt, was die nächsten fünf Monate wohl noch bringen werden! Bis dahin gibt es noch so viel, dass ich sehen und erleben möchte und ich werde versuchen, alles so fest es geht zu geniessen!

Pusspuss

Fina