YFU Switzerland

Die erste Woche in Schweden

Hejsan!

Ich heisse Fina, bin fünfzehn Jahre alt und habe vor einer Woche mein Austauschjahr in Stockholm, Schweden, begonnen.

Nach langem hin und her bin ich nun endlich hier. So oft wurde mir gesagt, es klappt doch noch, so oft, es klappt leider vermutlich nicht. Das ich nun tatsächlich hier bin, habe ich immer noch nicht ganz realisiert, so schnell ging alles. Donnerstag Nachmittag erhielt ich den Anruf, dass nun Familie und Schule zugesagt haben, und Freitag Morgen sass ich schon im Flieger, an dem Abflugtermin, an den alle schon lang nicht mehr geglaubt haben. Da ich im September anstatt im August flug, war das Welcome Camp ganz klein und familiär, was mir aber gefallen hat. Ein weiterer Vorteil war, das gleichzeitig ein Camp für die schwedischen Austauschschüler, die ein Jahr vor uns den umgekehrten Weg gegangen sind, stattfand: sie gingen von Schweden in alle Welt, wir nun von aller Welt nach Schweden. So waren wir von Anfang an von Schwedisch umgeben und konnten beim „Internationalen Fika“ und einer kleinen „Afterparty“ von deren Erzählungen profitieren und das „auf Menschen zugehen“ üben. Ich habe dieses Camp wirklich sehr genossen, und habe tolle Menschen aus Belgien, Argentinien, Finnland, Estland, Frankreich, Mexiko, Litauen, Deutschland und Österreich kennengelernt. 

Meine Gastfamilie hat nach meinem aufgelösten „Hur mår du?“ bei der Begrüssung beschlossen, dass ich ja schon Schwedisch könne und sie deshalb kein Englisch mit mir sprechen werden. Unterdessen bin ich, trotz der konstanten Überforderung, ziemlich dankbar dafür, da ich so jetzt schon nach einer Woche merke, dass ich von Tag zu Tag besser werde. Ich verstehe meist, über was gesprochen wird, und hin und wieder sogar einen Witz, was mich dann immer wahnsinnig freut. Mit dem sprechen haperts aber noch ziemlich.

Ich fühle mich unterdessen wohl in meiner Gastfamilie, die aus Gasteltern, einer 18-jährigen Gastschwester und einem Gastbruder, der schon ausgezogen ist und den ich noch nicht kennengelernt habe, besteht. Sie leben in einem Einfamilienhaus in einer der angrenzenden Vorstädten von Stockholm. Mein erstes Wochenende verbrachte ich, typisch schwedisch, auf Grasö, einer idyllischen Insel. Dort pflückten wir Preiselbeeren (Lingon, und auf dem Bild seht ihr ein spezielles Lingonpflückgerät), badeten im 13° C kalten Wasser (Lufttemperatur: 13°C), gingen in die Sauna (Bastu) und hackten Holz. Die Natur hier ist so viel lebendiger als bei uns! In einer Woche habe ich schon drei Rehe, ein Feldhase (in der Nachbarschaft!), ein Adler, ein Nerz (sehr selten in Schweden!), zwei Schlangen und mehrfach Wildschwein- und Elchkot gesehen. Von meiner Gastvater lerne ich sehr viel über die Natur, was ich sehr spannend finde.

Ich gehe, wie Celia, in das Nordiska Musikgymnasiet. Morgen ist erst mein zweiter Schultag, aber die Schule hat eine total tolle Athmosphäre und ich freue mich richtig, denn morgen habe ich zum ersten Mal Enseble und werde so die musikalische Seite dieser Schule kennenlernen. Ich bin sehr zuversichtlich!

Varma hälsingar!

Fina