YFU Switzerland

Fiesta de quince

Im September wurde ich von einem Englischinstitut eingeladen, sie auf eine eine englische Touristentour in Buenos Aires zu begleiten. Die Führung selber war nicht so besonders. Die Orte, die wir besuchten, gefielen mir sehr, doch die Frau sprach nur sehr begrenzt Englisch und war generell eher eine eher schwache Rednerin. Jedoch hatte ich die Gelegenheit, mich mit vielen Argentinier zu unterhalten und Mate zu trinken. 

Bald schon erlebte ich meinen ersten 15ten Geburtstag! Dieser Geburtstag wird, leider nur bei den Frauen, sehr gross gefeiert. Das Mädchen kann sich für ein Fest oder eine Reise entscheiden. Das Fest des 15ten Geburtstages ist hier fast wichtiger als die Hochzeit, es werden über 300 Leute eingeladen, ein Salon mit Catering gemietet, es gibt Essen für alle, ein überteuertes Kleid für das Geburtstagskind und in manchen Fällen sogar ein Fotoshooting mit 4 teuren Outfits, die extra hierfür gekauft werden. Ein solches Fest ist jedoch unglaublich teuer und die Reise ist momentan eher in Mode. Die meisten Leute machen jedoch trotzdem ein Fest, jedoch ein „kleineres“, um noch auf eine Reise gehen zu können. Auch bei einem solchen „kleinen“ Fest werden um die 100 Leute eingeladen, Essen organisiert, Catering besorgt, einen DJ angeheuert, Scheinwerfer und Discokugeln aufgehängt, Stühle und Tische gemietet etc. Mein erster Geburtstag war eher schlichter, hatte dafür eine Fotoshow, einen gigantischen Kuchen, wunderschöne Dekorationen im Garten und Empanadas für alle. Das Fest geht normalerweise von ca. 21:30 bis 5.00 Uhr.

 

Ausserdem organisierten wir ein Enchastre für die Geburtstagsperson, das ist eine Überraschung irgendwann um ihren 15ten Geburtstag herum, an dem die Person irgendwo hingelockt wird und mit Eiern, Mehl, Gras, Milch, Nudeln, Tomatensauce und allem möglichen beschmissen wird. Bis jetzt verstehe ich den Sinn dieser Tradition nicht ganz, lustig ist es aber auf jeden Fall. 

Nach einem Monat

Ich bin jetzt schon mehr als einen ganzen Monat hier, unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! In der Zwischenzeit ist hier viel passiert, ich werde mit Sicherheit Ereignisse vergessen zu erwähnen. Mein Geschichtslehrer und gleichzeitig auch der Area Rep. meiner Stadt hat mich und gleichzeitig auch 3 andere Austauschschüler eingeladen mit ihm gemeinsam Asado zu essen.

Asado, ein sehr typisches Fleischgericht hier. Wir essen das meistens an den Wochenenden.

Es war sehr, sehr interessant von den ersten Erfahrungen der Anderen und auch von den bereits erlernten Spanischkünsten zu hören und auch zu berichten. Dazu habe ich jetzt auch jeden Freitag die Gelegenheit, da ein Austauschschüler aus Italien einmal pro Woche in unsere Schule geht. 

Meine Familie ist sehr, sehr ordentlich, doch ich habe mich eigentlich ziemlich schnell daran gewöhnt. Ich habe schon oft gehört, das sei normal für Mütter in Südamerika, doch das kann man bestimmt nicht auf alle Familien anwenden, da gerade der Austauschschüler aus Italien sich über ein unaufgeräumtes Haus beschwert. Es hilft sicher, wenn man oft fragt, ob man etwas helfen kann, auch wenn meistens dann nichts zu tun gibt. 

Ich liebe die offene Art der Menschen in Argentinien. Letztens war ich bei einer Freundin aus der Schule zu Hause und wurde sofort offen und herzlich von der ganzen Familie begrüsst, wir spielten zusammen Spiele und mir wurden auch Tänze aus Argentinien beigebracht, die auf Geburtstagen oder auch an Festen getanzt werden. Allgemein war es ein sehr toller Abend. Geburtstagsparties gibt es hier sehr viele, da man oft auch sehr viele Leute einlädt. Diese waren bis jetzt alle sehr lustig, man lernt neue Leute kennen und isst sehr viel. Für mich neu ist allerdings, dass sie ein Buffet machen mit Sachen zum Mitnehmen. Nach dem Singen und klatschen und Kerzen auspusten schnappt sich jeder ein Säckchen und füllt das mit Sachen vom Buffet damit man zu Hause, zusätzlich zum Säckchen mit Süssigkeiten, dass man sowieso beim Herauslaufen noch bekommt, noch etwas zu essen hat. 😀 

Es gibt hier sehr viele Feiertage, an denen man oft auch keine Schule hat. Vor ca. 2 Wochen war der „Dia del estudiante“, an dem wir in die Schule gingen und viele Spiele spielten und die drei Klassen einzeln Punkte sammelten, um schlussendlich zu gewinnen. Jede Klasse musste ausserdem einen Tanz kreieren und den vorher gemeinsam üben und schlussendlich vortragen.

Bis zum nächsten Mal!

Hola a todos!

Mein Name ist Christina, ich bin 16 Jahre alt und habe die Möglichkeit, dieses Jahr als Austauschstudentin in Argentinien zu verbringen. Ich wohne in Luján, eine Stadt westlich von Buenos Aires, mit meinen zwei kleinen Gastschwestern und meinen Gasteltern. 

Erst letzten Freitag bin ich hier angekommen und habe das Wochenende zusammen mit anderen Austauschschülern in einem Arrival Orientation Camp verbracht. Da hat man viele Sitten und Verhaltensweisen der Argentinier, sowie auch von vielen anderen Ländern kennengelernt und einen ersten Eindruck der Kultur bekommen. Das Essen war super, das Unterhaltungsprogramm nie langweilig, die Menschen superfreundlich, das hat sehr Spass gemacht. Am Sonntag hat mich dann meine Familie beim Camp abgeholt und wir sind, nachdem wir dort noch eine Vorstellung von zwei Tangotänzer geniessen konnten, nach Hause gefahren. Die Familie ist sehr, sehr herzlich, sie geben sich sehr Mühe, mit mir sprechen zu können, obschon nicht alle wirklich Englisch sprechen. (Hände und Füsse und auch Google helfen da enorm!)

Die ersten zwei Tage verbrachte ich zu Hause, um mich ein wenig einzugewöhnen und die Familie kennenzulernen. Der Montag war sowieso schulfrei, das war der Todestag von José de San Martín, einem Unabhängigkeitskämpfer, der Argentinien sehr geholfen hat. Am Mittwoch war dann mein erster Schultag. Ich gehe in eine Montessori Schule, welche es jedoch noch nicht lange gibt, deshalb hat es dort nur 3 Klassen. Die Leute sind superfreundlich und wollen mir „helfen“, indem sie nur noch Spanisch mit mir sprechen, damit ich das lerne. Meistens müssen sie’s jedoch danach noch übersetzen, doch das kommt schon noch. 😀 Die Schule ist sehr auf das personalisierte und eigene Lernen fixiert, Tests schreiben sie nur wenn der Lehrer es für unausweichlich ansieht. (Ich glaube meine Klasse hat in diesem Jahr zwei Tests geschrieben und das Schuljahr hat im März begonnen..) Wir haben theoretisch einen Stundenplan mit konkreten Zeiten, wann die Stunde starten sollte, jedoch nehmen sie das nicht so genau und der Lehrer kommt gerne eine Viertel- bis Halbestunde später in die Stunde oder schwatzt noch mit uns. Abgabedaten gibt es nicht, die Schüler entscheiden meistens selbst, wann sie etwas abgeben. Die Lehrer sind jedoch ziemlich begeistert von Präsentationen, in meinen drei Tagen in der Schule habe ich vier Präsentationen angesagt bekommen und ein Video, welches ich produzieren soll. Alles in Allem gefällt mir die Schule jedoch sehr gut, vor allem die offene und herzliche Art der Schüler und auch der Lehrer. Zur Begrüssung gibt man sich hier eigentlich immer ein Kuss auf die Wange, was das Händeschüttel-Umarm-Dilemma praktischerweise behebt. 

Das Essen ist super. Die Argentinier haben viele typische Gerichte wie Empanadas oder Asado, wobei die Meisten Fleisch oder Dulce de leche enthalten. Mate wird hier auch sehr oft getrunken, ich denke jeder argentinische Haushalt besitzt Mate zu Hause und mindestens einen Topf Dulce de leche im Kühlschrank. Wir fahren auch oft nach der Schule zu Freunden meiner Gastmutter um zusammen Mate zu trinken. Die Menschen hier duschen eigentlich alle jeden Tag, was jedoch wahrscheinlich an den heissen Temperaturen im Sommer liegt. 

So, genug erzählt, ich melde mich bald wieder. 🙂

Christina