YFU Switzerland

Die ersten Gefühle von Einsamkeit

Hallo zusammen,

 

Nun ich war bei meiner Schule stecken geblieben. Am Anfang vom Jahr erhielten wir ziemlich viele Hausaufgaben. Mit der Zeit aber, milderte es sich, dass wir jetzt wenig bis zu keinen Hausaufgaben kriegen. Ich habe das Glück, in keinen besonders schweren Klassen zu sein. Bis auf Calculus AB (das schwerste Niveau), sind all meine anderen Klassen „Honors“ (das mittlere Niveau). Viele Schüler an meiner Schule, die im Magnet Program sind, nehmen viele AP-Klassen. Sie stecken unter Tonnen von Hausaufgaben. Viele bleiben die ganze Nacht auf und kommen als halbe Zombies zur Schule. Ich hatte noch nie besonders viele Hausaufgaben gekriegt, auch nicht in der Schweiz. Ich weiss garnicht wie ich das hätte handeln können. Kinder hier, müssen so hart für ihre College Zukunft arbeiten, und am Ende sehen sie alle auf dem Papier gleich aus: „straight A’s“. Aufgrund dieser identischen Zeugnissen, können die Universitäten nur schwer die Schüler voneinander unterscheiden, welches dann oft zu ungerechtfertigten Entscheidungen führen kann.

 

Viele haben deshalb keine Zeit, irgendwelche Aktivitäten außerhalb der Schule zu führen. Ich hingegen habe viel Freizeit. Zu viel, könnte man sogar meinen. Diese Freizeit führte zu einsamen Gefühlen. Obwohl ich jeden Tag nach der Schule mit Volleyball training beschäftigt war, fehlte mir irgendetwas. Ich fühlte mich leer. Die Mädels in meinem Team waren toll, jedoch sobald ich nach Hause kam, war diese Gefühl auch schon wieder weg. Wir hingen auch außerhalb des Trainings miteinander nicht ab.  Und abgesehen von ihnen, hatte ich noch keine engen Freunde. Ich fühlte mich einfach sehr unglücklich. Ich hatte aber kein Heimweh. Das letzte was ich wollte, war wieder in die Schweiz zu kommen, jedoch wollte ich auch nicht in Florida bleiben. Das Gefühl nirgendwo zu gehören, ist kein schönes Gefühl. Ich wusste einfach nicht was tun.

 

Klar, ich hatte einige Leute, mit denen ich jeden Mittag hing. Ich verstand mich ziemlich gut mit ihnen, es fehlte mir aber immer noch diese Vollkommenheit, die mir wahres Unglück brachte. Ich dachte immer zurück an meinen besten Freunden in der Schweiz. Wie viele gute Momenten wir miteinander hatten, und wie viel Spass diese uns brachten. Schliesslich wurde mir bewusst, weshalb ich immer unzufrieden war; Ich verglich alle zu meinen besten Freunden und alles zur Schweiz. Und ich glaube, das war das Problem. Ich suchte Leute, die identisch zu meinen Freunden waren, und die mir Rückerinnerung an mein Zuhause brachten. Ich kam hier aber nicht, um an der Schweiz zurückzudenken; ich kam hier, um ein neues Leben anzufangen. Und das konnte ich nicht tun, wenn ich nicht annehmen konnte, dass das Leben hier anders sein wird; von der Sprache zur Kultur bis zu den Wertstellungen – Ich musste meine Mauren fallen lassen und offen auf Veränderung sein. Ich musste das beste aus jeden verdammten Tag machen, sodass wenn ich zurück auf das Jahr schaue, stolz auf meine Leistungen sein werde und keinen einzigen Moment bereue.

 

Erst als mir das bewusst wurde, fing ich an, jede Minute, die ich hier verbrachte, im vollsten zu geniessen. Ich versuchte immer, das beste im Allen zu sehen, und liess mich von nichts runterkriegen. Als Volleyball Season zu Ende war, entschied ich mich keinem anderen Sport beizutreten. Ich wollte mehr Zeit für mich haben. Nach der Schule begann ich mit Leuten abzuhängen und lernte immer mehr neue Menschen kennen. Keine Person war gleich zur anderen. Jeder hatte eine andere, meistens sehr Interessante, Vergangenheit. Ich stosse jeden Tag auf ganz andere Persönlichkeiten. Die Leute hier versuchen nicht in die Norm zu gehören. Sie folgen ihren Passionen hinterher und machen wirklich das, was ihnen glücklich macht.

 

Das machte mich sehr neugierig. Ich begann auch meinen Träumen zu folgen. Mich kümmerte es nicht mehr, was die anderen von mir hielten. Und das ist das Schöne hier; jeder ist anders und wird als Person akzeptiert. Das heisst natürlich nicht, dass es an unserer Schule keine Problemen mit der Akzeptanz der Diversität gibt, aber vielmehr dass man  hier viel freier ist, seiner Leidenschaft zu frönen. Hier gibt es alles mögliche an Leuten: die sportlichen, die Nerds, die Elektronikbegeisterten, die Manga Fanatiker, die Musiker etc. Und alle hängen es mit allen ab. Die Freundeskreise sind immens und die meisten kommen miteinander klar. Und das ist einer der Dinge, die mir an der Schweiz fehlt; Diversität. Klar akzeptieren wir andere Kulturen und Menschen, das heisst aber nicht, dass wir wirklich versuchen, diese kennenzulernen und uns mit denen vertraut machen. Wir mögen es, bei Dingen zu bleiben, an denen wir gewohnt sind. Wir mögen nicht wirklich Veränderung und versuchen dem deshalb, so oft es geht, aus dem Weg zu gehen.

 

An dem ist auch nichts Schlimmes. Ich bin einfach jemand, der gerne neues erlebt und aus seiner Komfortzone tritt, um dieses zu erlangen. Ich muss sagen, ich mag die Mentalität der Menschen hier in den Staaten sehr. Und so etwas wünsche ich, hätten wir in der Schweiz auch. Aber deshalb bin ich ja auch hier gekommen; um mich mit der amerikanischen Kultur bekannt zu machen, und das ist mir bis jetzt auch ziemlich gelungen.

 

xoxo,

Cendrine

Middleton Highschool

Hallo,

 

Um 6 Uhr morgens, weckte mich mein Wecker. Ich rasch sofort aus dem Bett. Es würde mein erster Schultag sein. Meine Aufregung siegte über meine Müdigkeit, und ich war voll und ganz auf meine neue Schule vorbereitet.

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Als wir in Middleton Highschool ankamen, wurde ich von Panik überwältigt. Ich war noch nie in einer amerikanischen Schule gewesen und war jetzt mittendrin. Teenager hangen draussen im Schulhof und in den Gängen, sprachen und lachten laut, einige Schüler eilten zu ihren Klassen und andere sassen herum und nahmen ihre Zeit. Es sah irgendwie genau gleich wie in den Filmen aus, anderseits aber auch nicht. Ihr solltet zunächst wissen, dass ich im Süden von Tampa lebe. Dieser Distrikt hat eine Mehrheit an afroamerikanischen und Einwohnern. Und so sind die meisten Schüler and meiner Schule Afroamerikaner und Hispanier.

 

Bevor ich weiter erzähle: Middleton wurde um 1930 erbaut und war nur für Schwarze. Aufgrund von Konflikten und Uneinigkeiten, wurde die Schule während eines Protest in Brande gestellt. 2002 wurde Middleton wieder eröffnet. Die Schule ist in zwei Programme unterteilt: Traditional Program und Magnet Program. Die Staatsregierung wollte mehr Diversität an dieser Schule haben, und stellte deshalb ein sogenanntes Magnet Programm ein. Man kann sich dieses Programm wie als ein Schwerpunktsfach Programm (wie Medizin, Musik etc.) vorstellen. Jede Schule, die dieses Magnet Programm anbietet, besitzt andere Programme. An meiner Schule bieten sie: Engineering, Biomedical Science, Computer Game Design und Computer Engineering assisting Magnets an. Und so nehmen sich viele (mehrheitlich weisse) Schüler aus verschieden Distrikten den ganzen Weg hierhin, um an dieses Program teilnehmen zu können. Zum Vergleichen: Von den 1’700 Schüler sind 60% Schwarz und 20% Weiss.

 

Jetzt nimmt mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Dunkelhäutigen, es war einfach etwas, woran ich nicht gewohnt war und ich brauchte einfach etwas Zeit mich dort einzuleben. Ich weiss nicht, wie ich es Wörtern befassen kann, aber meine Schule ist eine, wie sie es nennen, „Ghetto Schule“. Wie schon gesagt, die meisten Schüler sind im traditionellen Programm. In Amerika nehmen oft die, die später ans College wollen, ein Magnet Programm, um sie darauf vorzubereiten. Leider, nehmen die meisten, die im traditionellen Programm sind, die Schule ganz und garnicht ernst: Sie schwänzen die Schule, passen im Unterricht nicht auf, sind respektlos gegenüber anderen Schüler und Lehrern, nehmen im Schulhof Drogen zu sich, und werden sehr schnell aggressiv. Wir haben mehrere Polizisten, die jeden Tag im Schulhof patroullieren. Schlägereien liegen fast an der Tagesordnung und es werden oft Sachen beschädigt oder geklaut. Die Schule ist wirklich nicht einer der top Schulen, man gewöhnt sich aber daran und findet es mit der Zeit garnicht mehr so drastisch.

 

Es sind aber nicht alle traditionellen Schüler so. Obwohl die meisten meiner Freunde dort Magnet Schüler sind, sind auch viele traditionelle Schüler. Sie die sind unheimlich nett und lustig und ich verstehe mich sehr gut mit ihnen. Andere, sind unglücklicherweise etwas schlimmer. Letztens lief das einte Mädel an unseren Tisch in der Cafeteria vorbei und nahm sich der Schokoriegel meines Freundes und lief weg. Als sie zurück kam, verlangte sich tatsächlich Geld für diesen Riegel. Als sie abgelenkt war, schnappte sich mein anderer Freund den Riegel aus ihrer Hand. Wir fanden diese Situation lächerlich und mussten umheimlich lachen. Das Mädchen jedoch, rastete total aus und wollte auf den Jungen losgehen. Zum Glück beruhigte sich aber die Situation und sie lief mit ihrer Bande weg. Das und vieles mehr geschieht an unserer Schule jeden Tag.

 

Ich mag meine Schule aber sehr. Sie ist halt etwas anderes und ich finde das für ein Jahr total ok. Jedoch würde ich sehr nur ungern meinen gesamten Schulabschluss dort bewältigen. Wie schon gesagt, einerseits ist meine Schule eine Ghetto Schule, und anderseits mag ich das U.S. Amerikanische Schulsystem ganz und garnicht. Also die u.s. amerikanische Schulen bieten eine grosse Anzahl and verschieden Schulfächern an, woraus man selber wählen kann. Üblicherweise, sind es acht Fächer, die man dann jeden Tag um die genau gleiche Zeit nimmt. An meiner Schule, haben wir an einem Tag die ersten vie Fächer und am nächsten Tag die vier weiteren. Dafür dauern diese viel länger (1.5h), und so vergeht die Zeit viel langsamer. Ich finde es einerseits gut, dass wir unsere eigenen Fächer auswählen dürfen, anderseits haltet uns zurück neue Sachen auszuprobieren. Und ich meine 8 Fächer in einem Jahr ist wirklich nicht viel. Vielleicht wäre man, zum Beispiel, ein Potenzial für Physik besässe, es aber nicht wusste, und weil man keine Lust hat es auszuprobieren, es nicht wählt, würde man nie rausfinden, dass das womöglich etwas zukünftiges  hätte werden können. Ich finde auch, dass 8 Fächer viel zu wenig sind und kann es überhaupt nicht ausstehen, dass jeder zweite Tag genau gleich aussieht. Man lernt auch nicht wirklich vieles. Viele Lehrer lassen die Kinder einfach die Notizen abschreiben, und diese dann an die Prüfung benutzen lassen. Und so gibt man sich keine Mühe die Notizen wieder durchzugehen, oder etwas zu lernen, da man sowieso alles abschreiben kann. Einige Lehrer geben auch unheimlich viel and Hausaufgaben. Viele Schüler im Magnet Programm bleiben deshalb oft die ganze Nacht auf, um diese abzuschliessen. Sie kommen dann jeden Tag wie Zombies zur Schule und schlafen im Unterricht. Ich finde im Ganzen, dass das Schulsystem in den Staaten nicht sehr gut organisiert ist und ein bisschen von den schweizerischen Schulen abschauen, sollen.

 

Aber ja jedenfalls, ich sass mit meiner Gastmutter und Gastschwester in der Mediatheke um uns einzuschreiben. Wir mussten viele Formulare ausfüllen und das brauchte viel Zeit. Als alles endlich unterschrieben, und festgelegt wurde, war es offiziell: ich bin förmlich eine Schülerin an der U.S. Highschool Middleton. Als uns der Schulleiter zu unseren Klassen führen wollte, liefen wir beim Volleyball coach vorbei, dem wir begrüsst wurde. Er war ausser sich, uns zu sehen. Wir waren die ersten Austauschschüler diese Schule je hatte. Er fragte uns viele Fragen und wollte alles über uns wissen. Danach fragte er uns, ob wir eine Aktivität nach der Schule bereits hätten. Der Coach wollte uns unbedingt in seinem Volleyball team haben. Und obwohl es sehr schwer war dem team beizutreten, müssten wir uns nicht darum kümmern, da es für uns um die Erfahrung und nicht den Erfolg ging. Um ehrlich zu sein, habe ich gar nie daran gedacht, einen Schulsport beizutreten. Ich war nie wirklich die sportlichste und hier hatte man jeden Tag für über zwei Stunden Training. Ich kam hier aber, um neue Sachen auszuprobieren, und einem Schulsport beizutreten, wäre eine dieser Dinge. Also habe ich und Julia zugesagt.

 

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Nach dem Treffen mit Coach war es Mittagspause, also ging ich mit meiner Schwester in die Cafeteria. Und wenn ich sage, dass man meinen könnte, man wäre in einem Affenkäfig, dann wäre das eine Untertreibung. Die Cafeteria war drinnen und aussen gepackt mit Schülern, jeder war lauter als der anderer. Ich war noch nie in einer so lauten Umgebung im meinem ganzen Leben gewesen. Wenn man seine eigene Stimme nicht hören kann, dann weiss man, dass das nicht normal ist. Wir standen in der Schlange für das Essen. Ich hatte schon immer gehört dass das Essen sei in den Cafeterias eklig. Ich hatte das aber nie erlebt, da die Cafeteria an meiner alten Schule immer relativ gutes Essen zubereitet hatte. Hier jedoch, war es wortwörtlich eklig. Die Portionen sind winzig und es gibt nichts frisches. Das einzige vegetarische, dass sie im Menü hatten, war ein Peanut butter and Jelly Sandwich (nicht frisch, sondern wie einen Rigel von der Fabrik verpackt). Ich ass das kleine, matschige Ding und war immer noch hungrig und unzufrieden. Da wusste ich, dass ich lieber mein eigenes Mittag zubereiten sollte.

 

Nach der ein-stündigen Mittagspause, hatte ich meine erste Klasse (Psychologie). Mir fiel dort auf, dass die Relation zwischen Schülern und Lehrern viel enger war. Sie unterhielten sich, wie enge Freunde, machten viel mehr mit im Unterricht und waren insgesamt mehr bei der Sache, als Schweizer Schüler. Das fand ich recht cool. Ich konnte mich, jedoch immer noch nicht wirklich lockern. Ich war schon immer daran gewohnt, nicht wirklich im Unterricht mitzumachen und mehr einen distanzierte Relation zu den Lehren beizubehalten. Ich beneidete die anderen, wie sie so bedingungslos über alles Mögliche im Unterricht sprechen konnten, während ich leise für mich meine Arbeitsblätter ausfüllte.

 

Amerikaner sind generell viel lockerer als wir Schweizer. Ich will jetzt nicht sagen, dass sie nicht nachdenken, bevor ihnen etwas aus dem Mund kommt, aber sie nehmen alles generell viel weniger ernst. Sie sprechen wirklich über ALLES und finden auch immer irgendetwas worüber sie reden können. Wir Schweizer sind auch ziemlich kommunikativ, aber auch sehr höflich. Das heisst, wir behalten auch vieles für uns, und sagen nicht immer genau das, was uns wirklich am Herzen liegt. Wir sind auch viel mehr schüchtern, vor allem wenn es darum geht, mit jemanden neues zu sprechen. Hier jedoch, kamen viele auf mich zu, stellten sich vor und konnten bedingungslos mit mir unterhalten. Es ist viel einfacher hier, neue Leute kennenzulernen und sich mit denen zu unterhalten. IMG244725919

 

Viele hatten noch nie das Land, oder sogar ihr Staat verlassen, und auf jemanden aus einem völlig anderen Kontinenten zuzutreffen war war etwas sehr Aussergewöhnliches. Also ja, ich war für eine Zeit der Mittelpunkt der Gespräche. Fast alle wussten, wer ich war und das war ziemlich interessant zu sehen. Ich machte in kürzester Zeit recht viele Freunde. Noch niemand richtig ernstes, aber trotzdem einige gute Bekanntschaften.

 

Die ersten Volleyball Training waren sehr mühsam. Ich wurde aber mit der Zeit immer besser und mir gefielen die Volleyball Stunden nach der Schule immer mehr und mehr. Die Volleyball Mädchen wuchsen mir immer mehr ans Herz. Wir wurden wie zu einer kleinen Familie.

 

Cendrine Wagenr

Ein ereignisreicher Anfang

Hallo,

Ich habe mich seit langem nicht mehr gemeldet und das hat einige Gründe, einschliesslich dass ich mir erst kürzlich einen Laptop gekauft habe und vorher keine Möglichkeit hatte, das World Wide Web mit einer richtigen Tastatur zu besuchen.

Die Zeit vergeht umglaublich schnell hier; Ich kann es kaum fassen, dass es bald schon fünf Monaten her sind, seit ich in Tampa angekommen bin . Es ist sehr viel geschehen in dieser aber trotzdem kurzen Zeit. Ich werde versuchen, alles wieder aufzuholen.

 

Es fing mit dem Flug in meinem Gaststaat an. Ich musste zwei Flüge nehmen: Der erste von Zürich nach New York und der zweite von dort aus nach Tampa. Der erste Flug ging geschmeidig; Keine Komplikationen und keinen Stress. Natürlich war der Abschied von meiner Familie und Freunde etwas schwieriger, es war aber viel weniger dramatisch, wie ich es mir vorgestellt hatte (zum Glück). Auf dem Flug nach New York und dort, im Flughafen, konnte ich meine Freunde, die ich im Orientierungslager kennen gelernt hatte, wieder sehen, und auch einige neue Austauschschüler kennenlernen. Wir waren alle sehr aufgeregt und konnten kaum fassen, dass der Moment endlich angekommen war, wo unser Leben einen ganzen anderen Zug nehmen würde.

 

Als wir den zweiten Flug nehmen musste, gab es einige Komplikationen: Viele Flüge wurden aufgrund eines Sturms gestrichen. Und so mussten viele Austauschschüler die Nacht in einem Hotel verbringen. Mein Flug war aber zum Glück nicht abgesagt worden. Die YFU Volunteers mussten all die gestrichenen Flüge abklären und hatten daher wahrscheinlich vergessen, mich und meine Freundin zu unserem Flug zu begleiten. Nachdem wir einige Zeit im Flughafen auf sie warteten und realisierten dass unsere Flüge bald starteten, schickten sie uns alleine zum Check-in.

 

Und wenn ich sage, dass es einer der stressvollsten Tage meines Lebens war, dann meine ich es. Wir hatten keine Ahnung, wohin zu gehen, wir fragten viele Passanten und rannten wie verrückte Hühner herum. Als wir endlich unser Check-In fanden, mussten wir für eine Weile anstehen. Gott sei Dank, kontrollierte die Flugangestellten das Carry-on Gepäck sehr schnell, und so ging dieser Prozess relativ schnell. Nach dem Check-In trennten sich unsere Wege. Ich musste mir von meiner guten Freundin, die nach Minneapolis musste, schweren herzen verabschieden. Ich hatte jedoch keine Zeit, mich lange zu verabschieden, denn mein Flug hob in fünf Minuten ab.

 

Und so rannte ich so schnell, ich konnte zu meinem Gate. Als ich dort jedoch ankam, stand nichts über meinem Flug. Ich war so verzweifelt und wusste nicht was tun. Ich war noch nie in einer solchen Situation. Üblicherweise, wären meine Eltern hier, sie wüssten genau was tun und würden alles abklären. Jetzt stand ich aber ganz alleine in einem fremden, riesigen Flughafen und fühlte mich wie ein verlaufener Welpe . Ich suchte einen Flugbeamten, konnte aber keinen finden. Ich ging schlussendlich zum Help-Center und fragte über meinem Flug nach. Sie konnten jedoch aus irgend einem Grund meinen Flug in ihrem System nicht finden und meinten, der Flug existierte garnicht. Sie schlugen mir einen neuen Flug an, der aber erst am nächsten Tag abheben würde. Und so rief ich meine Gastmutter zum ersten Mal in meinem Leben an, und musste ihr ankünden, dass ich im Flughafen feststeckte und nicht wie geplant in einigen Stunden, sondern erst am nächsten Tag in Tampa landen würde. Es war ein sehr komisches und unangenehmes erstes Gespräch, das kann ich sagen.

 

Ich kehrte schlussendlich zu den anderen Austauschschüler und den YFU Volunteers zurück. Es stellte sich heraus, dass mein Flug auch abgesagt wurde, aber irgendwie übersehen wurde. Ich war, ehrlich gesagt, ein bisschen erleichtert, dass ich erst am nächsten Tag abheben würde. Ich hatte noch etwas Zeit mich auf das vorstehende Abenteuer vorzubereiten und mich zu beruhigen. Die Nacht, die ich mit den anderen Schüler in einem Hotel verbringen konnte hatte so viel Spass gemacht. Wir hangen alle zusammen ab, assen Pizza und redeten die ganze Nacht.

 

Als wir endlich um etwa Mitternacht einschliefen, wurden wir um fünf Uhr Morgens vom Feueralarm geweckt. Das Hotel wurde evakuiert und wir mussten in unser Pyjamas draussen, vor dem Hotel warten. Die Feuerwehr musste sogar kommen. Es stellte sich heraus, dass jemand in seinem Hotelzimmer geraucht hatte und damit den Feuermelder in Gange gestellt hatte.

 

Es war bis zu diesem Moment schon so vieles geschehen, dass es mich garnicht mehr überrascht hatte. Ich glaube, wir hatten alle einfach eine riesige, langhaltende Pechsträhne. Wir fuhren alle zum Flughafen, nur um herauszustellen, dass noch mehr Flüge abgesagt wurden, inklusive einige der neuen Flügen der Austauschschüler. Und so mussten einige eine weitere Nacht im Flughafen verbringen. Meiner war aber dieses mal nicht vom Sturm beeinflusst worden. Als die Zeit endlich angekommen war, mich von den anderen zu verabschieden, gelang es mir nur sehr schwer. Ich hatte mich so gut mit einigen befreundet und jetzt würde ich sie für mindestens ein ganzes Jahr nicht mehr sehen. Wir drückten uns alle ganz fest und wünschten uns gegenseitig viel Glück und ein wunderschönes Jahr.

 

Ich setzte mich endlich in meinem Flieger. Es war brennend heiss, die Klimaanlage ging nicht.  Ich hatte durst und schwitzte wie ein Schwein. Es war mir aber egal; endlich würde ich in Tampa ankommen und mein neues Leben in einer amerikanischen Umgebung anfangen. Dann kam der Schock: Der Flug musste vielleicht gestrichen werden, da sich der Sturm in Richtung Florida bewegte. Es bestand aber noch eine kleine Chance, dass sie rechtzeitig abheben könnten und, bevor der Sturm ankomme, landen könnten. Ich konnte es kaum fassen. Was noch würde geschehen, um mich von meinen Austauschjahr abzuhalten?

 

Gott sei Dank schafften sie es, rechtzeitig abzuheben. Ich war auf dem direkten Weg nach Tampa und nichts mehr konnte mich davon hindern. Ich bewunderte die wunderschöne Aussicht vom Flieger aus auf meine neue Stadt, die immer näher kam. Ich 20160813_173632landete endlich in Tampa um 22:00 und konnte meine neue Familie in den Arm nehmen. Natürlich musste mir ein weiteres Unglück widerfahren; ich konnte mein Gepäck nicht finden. Nach einer Weile stellte sich heraus, dass sie die ganze Zeit im Flugbüro standen. Wir fuhren zu meinem neuen Zuhause. Ich packte meine Sachen schnell aus und ging ins Bett, denn mein erster Schultag stand mir in einigen Stunden bevor. Ich lag in meinem neuem Bett, in meinem neuen Zimmer und dachte über die letzten paar Tage nach.Ich hatte es endlich geschafft: Ich war offiziell in Tampa angekommen.

 

Cendrine Wagner

Nur noch wenige Schritte…

Hallo,

ich heisse Cendrine, bin neulich 17 Jahre alt geworden und werde am 10. August nach Tampa, FL fliegen. Ich habe erst vor kurzem (Anfangs Juli) meine Gastfamilie gekriegt. Meine Familie ist etwas absonderlich, da sie aus einer 31-jährigen Frau (Eulin) und aus einem anderen Gastkind aus Deutschland (Julia, 15) besteht.

 

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Dennoch freue ich mich sehr, denn wir haben viele Gemeinsamkeiten; Wir sind sehr fröhliche, kreative und lebenslustige Menschen, die für neues offen sind (einschliesslich das Austauschjahr). Eulin ist Schneiderin und kennt sich gut mit Mode aus, während Julia Fussball spielt und sich gerne austobt.

 

Meine Gastmutter ist Vegan, was interessant werden könnte, da ich und Julia beide Vegetarierinnen sind. Ich habe mal versucht, mich eine Woche vegan zu ernähren, scheiterte aber erbärmlich, da das Kochen zu aufwendig, und die Disziplin nicht ausreichend da war. Es wird eine schwierige Lebensumstellung sein, die ich aber voller Überzeugung auf mich nehmen werde. Ich vertraue Eulin, denn um einen drei-jährigen veganen Lifestyle ermöglicht zu haben, braucht es viel Wissen und gute Kochfähigkeiten.

 

Ich bin erst heute wieder in der Schweiz  angekommen (Ich war zehn Tage in Schottland und danach zwei Wochen in Kanada gewesen), und werde in etwa 60 Stunden wieder in den Flieger sitzen. Mein Schlafrhythmus ist etwas desorientiert. Ich weiss nicht, ob ich mich wieder an die „Schweizerzeit“ anpassen sollte, oder einfach, den in Tampa bevorstehend Jetlag, indem mich um die gleiche US-Zeit schlafen lege, vermeiden sollte.

 

Meine Koffer sind noch voll von der vorherigen Reise, und ich habe keine Lust sie auszupacken, um sie danach wieder vollzustopfend. Ich hasse packen, Es wird wahrscheinlich sehr stressig werden, da ich nicht mehr viel Zeit habe, und meine Nerven liegen schon jetzt blank.

 

Ich kann es irgendwie immer noch nicht glauben, dass ich in wenigen Stunden ein ganzes Jahr von zu TampaHause weg sein werde. Obwohl mein Austauschjahr mir so nahe bevorsteht, dass man sie mit der reinen Hand greifen könnte, realisiere ich es nicht. Ich bin noch immer nicht nervös oder spühre den leisesten Kummer. Wahrscheinlich wird mir alles erst, wenn ich im Flieger alleine sitze, bewusst. Vielleicht werden die Gefühle wie ein Blitz auf mich einschlagen. Wir werden sehen.

 

Wünscht mir Glück!

Cendrine