YFU Switzerland

The Brazilian way of doing

Hallo Zusammen

Endlich komme ich dazu, wieder etwas in den Blog zu schreiben. Es ist etwas lang, doch es ist auch vieles passiert. ^^ Ich habe im letzen Monat (Ja, ich bin schon über einem Monat in Brasilien!) vieles gelernt über Brasilianer und wie sie Sachen regeln, doch ich muss noch vieles lernen.

Ich bin jetzt bald 2 Wochen in Rio de Janeiro und geniesse mein neues Leben. Ich war noch nicht in meiner Klasse aber habe schon viele brasilianische Sachen gesehen und erlebt. Aber von Anfang an. Also wie ich schon geschrieben habe, bin ich mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester am ersten Sonntag mit dem Auto durch Rio gefahren und habe ein paar Sachen gesehen. Am Montag war ich dann alleine zu Hause und habe meine Hunde gestreichelt. Am Dienstag wurde es dann typisch Brasilien.

Mein Gastvater Sávio hat mich zu meiner Schule begleitet mit dem Bus, damit ich den Weg kennen lerne. Auch wenn es Probleme mit der Anmeldung gab und ich somit nicht an diesem Tag anfangen konnte, gingen wir los. Als wir ankammen, gingen wir in die Schule und ich war total perplex. In der Mitte der Schule ist ein kleiner Park mit Bäumen und Bänken. Es ist riesig und es gibt viele Schüler hier und es gibt einen kleinen Laden zum etwas trinken oder essen, eine Papeterie etc. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir (Mein Vater und ich) nur, dass eine Person namens Angela für mich zuständig sei aber ich noch nicht anfangen konnte, weil die Dokumente noch nicht ausgefüllt seien. Also fragten wir die erste Person, die wir sahen und aus einem Büro herauskam, ob sie wisse wo und wer Angela sei. Wie es der Zufall wollte, war genau sie Angela! Also gingen wir in Büro aber sie hatte keine Ahnung von meiner Ankunft. Wie sich herausstellte, hatte YFU eine E-mail Adresse mit .com.br anstatt nur .com am Schluss. Auf jedenfall haben sie dann ein bisschen gesprochen und schon bald war ich einer Klasse zugeteilt. Da aber hier in der Schule ein Programm mir einer Schule aus Washington läuft und an diesem Tag eine Gruppe von Leuten ankammen und ungefähr eine Woche blieben, fragte mich Angela, ob ich mit ihnen die Zeit verbringen wolle, da sie viel von Rio sehen werden und da ich somit einerseits viel neues entdecken kann (und auch noch nicht mit der Schule anfangen würde) stimmte ich zu. Was alles an diesem Tag geschah, weiss ich nicht und auch nicht wie, aber eines habe ich gelernt (hoffe ich). Man muss hier in Brasilien immer offen für Neues sein und immer schauen, wie man das Beste herausholen kann. Mein Vater hat mich dann noch ein paar Läden gezeigt und wir sind nach Hause gegangen.

Später bin ich dann wieder in die Schule gegangen um die Amerikaner zu treffen. Als erstes stand Samba in einer Favela namens Morro da Formiga. Es war toll ein bisschen die Grundschritte von Samba zu erlernen, die Instrumente zu spielen und dann auch Brasilianer zu zuhören und -schauen. Auch habe ich das erste Mal gemerkt, dass die Vorurteile über Favelas nicht stimmen! Es gibt dort nicht nur Drogenkriege und Schiessereien doch dazu später noch mehr.

Am nächsten Tag stand nur am  Abend 10:00 Uhr etwas an. Ein Spiel in Maracana! Wir sahen das Spiel Fluminense (von Rio und deutlicher Favorit) gegen America de Natal. Da Fluminense das letzte Spiel gegen AdN 3:0 gewonnen hat und das Spiel in Rio war, waren fast keine Fans von AdN im Stadion, sondern viel mehr von Fluminense. Das Stadion hat ziemlich leer ausgesehen. Trotzdem war die Stimmung Anfang des Matches schon gut mit vielen Trommeln und Fahnen. Dies hat sich jedoch geändert als AdN mit 0:1 in Führung ging. Eine Aufheiterung war, als Fluminense dann das 1:1 und später das 2:1 geschossen hat. Das Schlussresultat war Schlussendlich 2:5 für AdN. Die letzten beiden Tore wurden von Alfredo geschossen! Glückwunsch^^ Für mich war es cool 7 Tore zu sehen aber die Fans von Fluminense waren wirklich enttäuscht.

Am Donnerstag hatten wir als erstes Portugiesisch, doch da der Verkehr so schlimm war, kamen die Amerikaner 2 Stunden zu spät. Also fielder Unterricht aus und ein paar Schüler von CEFET (meiner Schule) hielten eine kleine Präsentation über Brasilien. Es war sehr interessant zu hören, was die Brasilianer über sich selber denken und auch mit ihnen zu sprechen war toll! Am Nachmittag haben wir einen Capoeira Crashkurs gehabt. Es war sehr cool und es hat richtig Freude gemacht, Capoeira zu tanzen. Ich habe auch für den Capoeiralehrer vom Portugiesisch ins Englisch übersetzt.

Am Freitag gingen wir in den Botanischen Garten von Rio und haben dort kleine Äffchen gesehen und auch ganz verschiedene Bäume und Pflanzen gesehen. Danach haben wir in einem kleinen Restaurant gegessen und am Abend bin ich mit Júlia zu einer Party gegangen. Dort haben wir verschiedene Spiele gespielt. Es war sehr lustig und die Party ging bis um 7 Uhr morgens. Es war nicht wirklich eine Party, weil wir nur 5/7 Personen waren. Ich, meine Schwester und ihr Freund sind jedoch erst am 9:30 zurück nach Hause gekommen. Meine amerikanischen Kollegen sind am Morgen in den Wald von Tijuca wandern gegangen aber ich habe sie erst am Nachmittag getroffen um mit ihnen in die Favela Santa Marta gegangen. Dort hat uns der Capoeiralehrer vom Donnerstag empfangen und uns die Favela gezeigt, in der Michael Jackson „They don’t care about us“ gedreht hat. Sie haben auch eine Statue von ihm auf einer Aussichtsplattform und ein Touristenladen. Dannach sind wir zu einem anderen Capoeiralehrer nach Hause und haben etwas Capoeira spielen lernen und Churrasco (BBQ) gegessen.

Am Sonntag waren wir zur Geburtstagfeier von Angela eingeladen worden. Sie hat eine ganze Bar für ihre Familie und Freunde gemietet und eine Band hat live Samba gespielt. Wir haben auch getanzt und Feijoada (Reis mit Bohnen, Farofa, Würste und Fleisch) gegessen. Zum Dessert gab es eine riesige Torte und viele kleine Süssigkeiten (Meine Lieblingssüssigkeiten sind Brigadeiro. Es besteht aus Schokolade, Kondensmilch, etwas Butter und Schokospäne und schmeckt fantastisch!). Danach gingen ich noch zur Grossmutter und habe Abendessen gegessen. (Ja, Brasilianer essen oft und viel.)

Am Montag sind wir dann mit ein paar Leute von einem Projekt „ENACTUS“ zum Campo Grande, eine Region Rios, gefahren. („Enactus ist eine internationale, unpolitische und gemeinnützige Nichtregierungsorganisation (NGO), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Projekte studentischer Gruppen wirtschaftliche Perspektiven für Dritte zu schaffen.“ Wikipedia) Dort sind wir dann ca. 1 Stunde durch einen Wald „gewandert“ (sogar für mich war es eher ein Spaziergang) und haben oben eine Bananenplantage angeschaut, ein kurzes Video über das Projekt gedreht und sind wieder hinunter gelaufen. Auf der Rückfahrt haben wir bei MacDonalds gehalten, weil wir alle von Hunger geplagt wurden. Auf der Fahrt habe ich mich sehr gut mit Alan und anderen Mitgliedern von „ENACTUS“ unterhalten. Am Abend bin ich mit den Amerikanern „All you can eat Pizza“ essen gegangen. Es war super. Die kommen mit Pizzastücken herum und man konnte sich immer wieder ein Stück nehmen. Nach einer Weile sind wir zum Dessert gekommen. Dazu gehören Crêpes und süsse Pizzas. Da gibt es Pizza mit Schokolade, verschiedenen Crèmen und alles was das Herz begehrt. Leider hatte ich nicht so viel Hunger und konnte nur noch eine Pizza mit Schokolade essen aber es war ein grandioser Abend. Bis ich zu Hause angerufen habe, um zu sagen, dass ich bald fertig bin und fragen wollte, ob sie mich abholen kommen können. Da erfuhr ich, dass mein Vater im Spital war und wegen Hernia operiert werden würde. Als ich es realisiert habe, bin ich mit dem Bus nach Hause gefahren und habe dort die Grossmutter getrofen.

Am Dienstag bin ich mit den Amerikanern zum Corcovado (Christo Redentor) und haben dort die Aussicht genossen. Dann sind wir im Pavilhão  São Cristóvão typisch Brasilianisch aus dem Nordwesten Brasiliens essen gegangen. Am 4 Uhr sind wir zum Zuckerhut gegangen und sind mit der Seilbahn nach oben gefahren. Es war wunderschön. Es war schon dunkel, als wir oben ankamen aber die Lichter der Stadt waren fabelhaft zum anschauen. Als ich zuhause ankam, erfuhr ich, dass mein Vater schon operiert wurde und alles gut gelaufen ist.

Am Mittwoch sind wir das letzte mal gemeinsam essen gegangen und sie sind am Abend zurück nach Washington geflogen. Am Abend ist auch mein Vater zurück aus dem Spital gekommen. Es ist alles gut gelaufen. Er braucht ein paar Tage Ruhe und sein Bauch tat weh aber es ist alles in Ordnung.

Am Donnerstag sollte ich (so weit ich wusste) die Schule anfangen. Am 9Uhr war ich dort und die Kollegin von Angela hat mir gesagt, dass noch ein paar Dokumente nicht gemacht wurden und die Lehrer noch nicht benachrichtigt wurden. Deshalb musste ich einen Moment im Büro warten und habe mir an einem Computer die Zeit vertrieben. Um 12 Uhr ging ich dan nach Hause und am Freitag habe ich noch einen freien Tag genossen.

Das Wochenende habe ich ruhig angehen lassen und am Sonntag waren wir wieder bei der Grossmutter.

Am Montag habe ich endlich mit der Schule angefangen. Meine erste Stunde war Englisch. Dort waren alle neugierig auf mich und die Lehrerin (die ich zum Glück schon kannte von dem Programm mit den Amerikanern) hat mir die Klasse ein bisschen vorgestellt und ich habe mich der Klasse vorgestellt. Der Unterricht ist komplett anderst als in der Schweiz. Hier sind die meisten Lehrer viel persönlicher, wir reden sie per du an und keinen interessiert es, wenn man eine halbe Stunde zu spät kommt oder gar nicht. Im Gegenteil, die Lehrer kommen auch immer zu spät. Die Stunden sind 50min. lang doch es sind immer Doppellektionen und somit sitzen wir 1h40min im Klassenraum. Deshalb ist es normal, wenn die Schüler etwas essen oder trinken. Der Unterricht ist entweder am Morgen oder am Nachmittag. Ich habe jeden Tag von 7:00-12:20 Uhr Schule. Meine Fächer sind Mathe, Englisch, Chemie, Brasilianische Literatur, Philosophie, Physik, Sport, Soziologie, Biologie, Geografie, Geschichte und Portugiesisch.

Die hauptsächlichen Unterschiede sind, dass in Englisch wird vieles auf portugiesisch gesagt, weil es SchülerInnen mit gutem (die, die einen Englischkurs besucht haben)  und schlechtem Englisch gibt. Ich bin, glaube ich eine der besten in Englisch. In Geschichte, lernen sie auch vieles über die Geschichte ausserhalb von Europa. Ausserdem konnten sie es kaum glauben, dass ich schon in einem KZ war. Sie haben das Thema 2. Weltkrieg auch schon nach 3 Doppellektionen abgeschlossen. Die Tests sind auch anderst verteilt. Es gibt 3 Trimester und am Ende der Trimester, gibt es 1-2 Wochen voller Tests. Es gibt jedoch während der anderen Zeit kleine Aufgaben oder Prüfungen, die jedoch weniger zählen. Es gibt noch ganz viele Unterschiede, doch es dauert zu lange, um alle Aufzulisten…

Ich bin sehr zufrieden mit (fast) allen meinen Lehrern. Der einzige, der aus der Reihe tanzt ist Sérgio (Physik). Doch alle Anderen haben mich freundlich begrüsst und mir angeboten, zu helfen, wenn ich etwas nicht verstehe.

Meine Klassenkameraden sind auch super! Sie haben mich offen aufgenommen und immer wenn ich eine Frage zum Unterricht habe, helfen sie mir. Sie fragen mich auch viele Sachen über die Schweiz und haben jetzt schon Mitleid mit mir im Sommer, weil es extrem heiss ist schon für sie (bis über 50°C o.O) und sie momentan kalt haben und viele im Pullover herum laufen und ich im T-shirt.

Die Highlights in meiner Schulkarriere in Brasilien bis jetzt waren in der 2. Lektion in Physik und am letzten Mittwoch. In der Physiklektion hat der Lehrer, der keiner mag ein T-shirt mit der Aufschrift Marsch gehabt. Jedoch konnte ich zuerst das M nicht  erkennen. Als ich also die Aufschrift gelesen habe, habe ich fast los geprustet. Also ich es dann ein paar Kollegen gesagt habe, ging es ihnen nicht anderst und ich glaube bald hat es jeder im Zimmer gewusst ausser der Lehrer und fast alle waren kurz vor dem Lachanfall.

Am Mittwoch als ich in die Schule kam, war eine grosse Anzahl Schüler vor dem Schulhaus und haben dort fröhlich (für 7Uhr in der früh) rumgetrödelt. Als ich ein paar Klassenkameraden getroffen habe, sagten sie mir, dass wir keine Schule hatten an dem Tag weil ein Bus eine Elektroleitung gerammt und umgestossen hat. Also habe ich ein bisschen mit ihnen geredet und irgendwann sind sie darauf gekommen, dass ich eine von Pedros Riocard (von der Schule bezahlte Karte für Busfahrten mit Foto, Name etc. nicht übertragbar) benutzen kann, damit ich nicht für den Bus bezahlen muss. Da er sie dann doch brauchte, hat Filipe mir seine gegeben. Beide haben kurze Haare und sehen total anderst aus als ich. Aufjedenfall benutze ich die Karte seit dem und es klappt jedesmal (natürlich zeige ich nicht die Seite mit dem Foto). Man muss die Karte an ein Apperat halten, der dann erkennt, ob und wieviele Fahrten noch darauf sind. Auch steigt man immer vorne ein und es gibt einen Mann oder eine Frau, die kontrollieren, dass alle ein gültiges Bilette haben.

Am Freitag bin Ich wieder mit Júlia, Kai, Matheus und Luiza in den Ausgang gegangen. Wir haben zuerst in einer Bar Caipirinha getrunken und sind dann in das Appartement von Luiza, welches nahe vom Stadion Maracana ist. Am 7Uhr sind wir nach Hause gekommen. Ich habe 4h geschlafen, dann einen Kuchen gebacken und am Abend hat meine Gastmutter ein Fest für mich organisiert. Es war echt super und die Leute sind extrem nett! Ich bin jedoch (schon) um 3Uhr ins Bett, weil ich zu müde war um mich über Politik, Religion etc. auf Portugiesisch zu unterhalten.

Nun ist schon wieder eine Woche vergangen. Dieses Wochenende bin ich am Freitag an eine Party „Tropicalia“ mit drei Kameradinnen gegangen. Es wir toll! Wir habe lange gtanzt und die Stimmung war super. (Fotos hier: http://m.facebook.com/l.php?u=http:%2F%2Fwww.deuzebraa.com.br%2Ffotografia%2Ftropicalia-4&h=1AQEhpcXq&s=1&enc=AZOI3Tg6o8TrcdjmGfjUfk8i9A6ErrwLVO_mncAedcF7qKjFZwmBdh5ZUwvkYKQ13-CVrlELj3herle0uBZthw0lMCYzd3p3VqfK-Sap-L749g)  Am 14. und 15. Sept. bin ich mit einem Kollegen nach São Paulo gefahren und haben dort am Sonntag Mittag den Park Ibirapuera gegangen. Am Abend haben wir das Konzert von Dulce María geschaut und sind mit einem Nachtbus nach Rio zurückgefahren. Ich fand es super und São Paulo hat mir sehr gut gefallen.

Beijinhos do Brasil! Bis hoffentlich bald

Carla

P.S.: Ich entschuldige mich für meine Rechtschreibung. Bei Fehlern, bitte einfach ignorieren.

Hier habe ich noch ein paar Fotos für euch!;)