YFU Switzerland

Laura, Südafrika 2006/07

Wie bist du ins Austauschjahr gereist?

Wir waren fünf AustauschschülerInnen, die von Kloten nach Johannesburg fliegen sollten. Dieses Ereignis war wohl viel zu aufregend: Denn überraschenderweise hatte ich beim Verabschieden von meiner Familie keine Träne vergossen und bei der etwa 18-stündigen Reise kein Auge zugemacht. Übermüdet kamen wir in Johannesburg an und wurden zugleich zum PAO befördert, wo uns unter anderem auch Fez, unser letztjähriger Intern, mit Energizers und Icebreakers uns noch weitere 16 Stunden wach hielt.

Wie war der erste Empfang in deiner Gastfamilie?

Nach einer ersten südafrikanischen Umarmung fuhren wir mit dem Auto der Küste entlang zu unserem Haus. Wie schön das alles war! Flora, Fauna.. und die Weite des Meeres! Da meine erste Gastfamilie sehr reich war, war ich auch überwältigt von meinem Zuhause. Dieses befand sich von zwei grossen Toren gesichert, alleine auf einem Hügel. Ich sehe heute noch wie die drei weissen Labradors schon beim Herauffahren des Hügels mit wedelnden Schwänzen auf uns warteten.

Was war dein eindrücklichstes Erlebnis?

Das war wahrscheinlich die „Hole Prayer Night“ im schwarzen Dorf „Gyiani“. Eine ganze Nacht lang wurde in einem Fussballstadion bis zur Ektase hin gebetet, getanzt, gejauchzt und Dämonen vertrieben.

Wie oft und auf welchem Weg hattest du Kontakt zu deiner leiblichen Familie während dem Austauschjahr?

Hm. Vielleicht so einmal im Monat durchs Telefon. Und alle 2 bis 3 Monate eine Email.

Hast du noch Freunde aus dieser Zeit?

Ja, sicher! Meine Freundin Carla kommt mich demnächst besuchen.

Wie hast du im Austauschjahr die Zeit verbracht? Hattest du ein spezielles Hobby oder Schulfach?

Da ich in meinem Austauschjahr nach einem halben Jahr die Familie gewechselt habe, und vom Süden den Landes in den Norden des Landen gelangte, muss ich diese Frage in zwei teilen. Bei meiner ersten Familie war ich sehr interessiert am Glauben und der Religion der Leute interessant und ging freiwillig (!) zur Kirche, obwohl ich ja selbst nicht daran glaubte. Das war für mich wie ein Hobby. Ausserdem machte ich „life safing“ am Strand, à la Baywatch, und Squash.

Welches nationale/internationale Thema hat dein Gastland während deines Austauschjahres besonders beschäftigt?

Sicherlich aber war der Kampf um den Gastgeber der Fussball WM zentral. Ansonsten war ich , glaube ich, noch zu jung um ein wahres Interesse an politischen Themen zu hegen.

Hand aufs Herz: Hast du dich im Austauschjahr verliebt? Ins Land? Ins Essen? Oder eine Person? Was ist daraus geworden?

Sicherlich hatte ich mich in die südafrikanische Offenheit, das gemeinschaftliche Zusammenleben und das Lachen der Leute verliebt. Noch heute verspüre ich ein Stückchen Heimat wenn mir eine schwarze Person ins Gesicht strahlt.

Wie hat das Austauschjahr dein heutiges Leben beeinflusst?

Uch! Ich teile mein Leben gerne in das Leben vor und nach dem Austauschjahr ein. Interessen, Freundeskreis und Hobbys wendeten sich um 180 Grad. Sicherlich hat das Austauschjahr auch meine Studienwahl beeinflusst.

Hast du nach deiner Rückkehr als YFU-Volunteer gearbeitet? Wie lange? In welchen Positionen?

Bis heute! 😉 Als Stammkoordinatorin und Regionalverantwortliche.