YFU Switzerland

Hei Leute

Es tut mir leid dass ich mich erst jetzt melde, aber hier in Ecuador legt man anderen Wert auf die Zeit als in der oberpünktlichen Schweiz. Ich bin jetzt schon seit mehr als 2 Wochen in Ecuador und seit auf den Tag genau 2 Wochen bei meiner Gastfamilie, von der äusserst herzlich empfangen wurde. Als wir( Ich und 6 andere Austauschschüler aus allen Herren Länder:))  mit dem Bus in unserem neuen Zuhause angekommen sind, war meine Familie(Mutter, Vater, 8jähriger Bruder und 17jährige Schwester)  noch nicht da. Um mir sozusagen ein Gespür für die ecuadorianische Zeit zu geben, denn, ja liebe Leute es ist KEIN Klischee, die Südamerikaner sind wirklich unpünktlich! Wenn man sich zum Beispiel um 18.00 mit einer Freundin treffen will und sie um 18.30 anruft wo sie eigentlich steckt oder ob man am falschen Ort wartet und sie einem, ohne die 30 Minuten als Verspätung anzusehen, mitteilt dass sie jetzt erst duschen gehe, dann will das ja wohl was heissen. (Trotzdem wurde ich natürlich unglaublich herzlich empfangen) Anfangs war dieser Umstand für mich zwar ein Problem, doch mittlerweile habe ich keine Hemmungen mehr erst um 6.59 aus dem Haus zu gehen, wenn die Schule eigentlich um 7.00 beginnt( keine Angst, ich war immer noch mehr als rechtzeitig). Im allgemeinen aber ist die Schule hier echt toll( Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals über irgendeine Schule sagen würde(:), man lernt zwar nicht übermässig viel( mit Schweizer Standart gerechnet), aber es ist ziemlich witzig. Die Schüler nehmen keine Rücksicht auf die Sitzordnung oder andere Förmlichkeiten, wie zum Beispiel die Tatsache dass sie zuhören müssen. Sie laufen lieber durchs Zimmer, stellen sich vor mich hin ( man notiere dass ich in der vordersten Reihe sitze) und fragen mich irgendwas in so rasendem Spanisch,sodass ich gaaaaaaar nichts verstehe. Die Lehrer kümmerst nicht( oder sie haben es schon aufgegeben). Der Unterricht besteht zudem zu 90% daraus etwas von der Tafel abzuschreiben oder einen Text, der eigentlich diktiert wird, von Nachbar zu kopieren( weil man wieder nicht zugehört hat). Daher ist auch copiar( frei übersetzt abschreiben) eines der ersten Wörter die ich gelernt hab. Trotzdem ist meine Klasse unglaublich nett, sie hat letzten Mittwoch einen Überraschungsempfang für mich organisiert, mit Torte, lokalen Süssigkeiten( unglaublich lecker), Geschenk( ein Foto der ganzen Klasse, als Andenken) und Rede( ja im Ernst, zwei Schüler hielten eine Rede, ohne dass sie jemand gezwungen hat). Es war echt der Inbegriff von südamerikanischer Herzlichkeit. Als letztes für heute würde ich gerne noch ein paar Worte zum Essen sagen:Banane, Banane, Banane, Banane, Banane, Banane. in allem möglichen Variationen. Das Essen ist hier in der Regel lokal und frisch zubereitet und ist nach einer kurzen Anpassungsphase echt lecker. So, für heute ist das alles von mir, und sollte irgendjemand den Eindruck bekommen habe das es mir hier nicht gefällt, dann liegt er ziemlich falsch, es ist toll!

Tschüss Anouk