YFU Switzerland

Hyttetur!

Auch wenn mir die Schule hier eigentlich sehr gut gefällt und ich auch schon fast alles verstehe, freut man sich doch immer am meisten auf die Ferien! Diese haben hier gerade begonnen, sind aber leider auch nächste Woche schon wieder fertig. Wie schon gesagt sind die Norweger ganz verrückt nach Hyttetur, wie man eine „Tour“ in die Hütte nennt. Geht man in den Ferien nicht ins Ausland oder hat andere spezielle Pläne, geht man in die Hytte. Von der Hytte aus macht man dann verschiedene outdoor Aktivitäten oder sitzt einfach ganz gemütlich am offenen Kamin. Die Norweger lieben outdoor Aktivitäten und Friluftsliv („Freiluftleben“) das finde ich eigentlich ganz toll aber es ist schon fast ein bisschen zu übertrieben! Zum Beispiel war vor einigen Wochen ein sogenannter Friluftlivetdag an einem See am Stadtrand von Oslo, wo die Leute ein bisschen Outdoor schnuppern können sollten. Die Leute kamen massenweise mit Autos (es hätte auch eine metrostation gehabt) füllten einen riiiesigen Parkplatz und freuten sich dann ab kleinen Aktivitäten, für die man jeweils eine gute halbe Stunde anstehen musste. Oder einmal sind wir im Wald ausserhalb von Oslo zelten gegangen. Aber mit dieser Idee waren wir nicht die einzigen. Unseren lang ersuchten Patz am See mussten wir schlussendlich mit einem anderen Zelt teilen und wenn man am Abend auf den See sah, konnte man mindesten fünf andere Feuer sehen.

Wie dem auch sei, gerade jetzt sitze ich vor dem Kamin in einer Hytte in der Nähe von Jotunheim, die wir für einige Tage gemietet haben und ich muss sagen es ist ganz schön koselig. Koselig hört sich an wie kuschelig und kann man eingentlich zu allem sagen. Leider sind alle (ausser ich und Stine) ein bisschen am kränkeln und heute haben wir nicht so viel unternommen. Wir waren auf einem Bauernhof in der Nähe, wo man alle Tieren anschauen uns Streicheln kann. Gestern waren wir auf Fjelltur also auf Bergtour. Die Norwegischen Berge sind anders als in der Schweiz. Bisschen Flacher und mehr vereinzelt aber sie sind wunderschön! Im Zusammenspiel mit Seen, Flüssen und flachen Ebenen  ist die ganze Berglandschaft einfach ein Traum!

Bei den Vorbereitungen auf die Fjelltur schaut man nicht darauf möglichst wenig, einzupacken um auch möglichst wenig zu tragen, nein die Norweger haben lieber ein bisschen Luxus in ihrem Friluftsliv.  So machten wir uns also mit Matpaken, Thermoskannen voller Kakao, Kaffe und heissem Wasser um Würste zu kochen, Lomper, Ketchup, Daune, Wolle und Gore-Tex in allen Formen von Kleidern und den warm eingepackten Torjus im Rucksck auf den Weg. Nach einigen Stimmungsschwankungen von wie weit ist es noch und der Rucksack ist zu schwer kamen wir schliesslich glücklich oben an, genossen die schöne Aussicht und das schöne Wetter, assen gekochte Würstchen mit lomper und machten uns bald wider auf den Rückweg.

Auch meinem schönen I phone 6 dass ich noch kein Jahr habe, schien es in den Bergen sehr gut zu gefallen und es entscheid sich auf halber Strecke hier zu bleiben…

Und das wäre es auch, hätte ich die Abwesenheit nicht, als wir schon fast unten waren bemerkt! Ich bin dann fast den ganzen Weg nochmal zurück bis zu einem Punk wo ich es das letzte Mal benutzt habe und von dort fast hoffnungslos wieder nach unten, bis ich es plötzlich ganz traurig oder vielleicht auch glücklich, alleine zwischen Steinen und Flechten liegen sah.

Glücklich wiedervereint ging der mühsame Abstieg ganz schnell und ganz erschöpft kamen wir wieder in der Hytte an.