YFU Switzerland

die ersten Tage

Heute ist mein fünfter Tag in Norwegen und in dieser Zeit ist so viel passiert! Am Donnerstag sind ich und Clara, aufgeregt auf alles was auf uns zu kommt, in Oslo gelandet. Am Flughafen wurden wir von YFU Volunteers und einigen Austauschschülern, die schon angekommen waren empfangen. Zusammen wurden wir dann in einem kleinen Bus nach Hønefoss gebracht, wo ein Arrival Camp statt fand. Die einstündige Reise führte durch wunderschöne Natur und kleine Dörfer wie Roa und Grindvoll. Noch hab ich den Grind von Norwegen zwar nicht voll, aber man muss sagen, die Norweger haben lustige Namen für ihre Ortschaften.

Als wir dann in Hønefoss (Was so viel wie „Hühnerwasserfall“ bedeutet) ankamen, wurden uns unsere Zimmer gezeigt und wir verbrachten den Rest des Tages damit, auf die anderen Austauschschüler zu warten und zu essen. Auf einem kleinen Zeitplan, den wir am Anfang erhielten, waren nämlich vier Mahlzeiten eingetragen. Dies sorgte am Anfang ein bisschen für Verwirrung und man hatte das Gefühl, kaum hat man gegessen gibt es schon wieder essen. Lustigerweise hatte ich auch immer zu diesen Zeiten Hunger. Vielleicht gewöhnt man sich mit dem Flug über die norwegische Grenze automatisch an deren Essenszeiten. Diese sehen ungefähr so aus: Am Morgen, wenn man aufsteht isst man Frokost also Frühstück. Dieses ist ziemlich ähnlich wie unseres. Es gibt hauptsächlich Brot mit Konfitüre, Käse oder Schinken und dazu Kaffe, Tee, Milch oder Orangensaft. Dann gibt es um ca. 11/12 den Sogenannten Lunsj. Kommt von Lunch und ist eigentlich ein „Vorzmittag“ Es gibt so gut wie das selbe wie zu Frokost. Brot mit Käse, Schinken oder ähnlichem. Das „Middag“ und die eigentliche warme Mahlzeit des Tages kommt dann später um etwa vier oder fünf Uhr. Diese Mahlzeit besteht meistens aus Kartoffeln und Fisch oder Fleisch, kann aber auch etwas anderes sein 😉 So. Für uns wäre das vielleicht einfach ein frühes Znacht gewesen und dann wäre jetzt fertig. Aber nein, das war erst Zmittag! Damit es auch ein noch Znacht gibt, gibt es einfach nochmals Brot mit Käse oder Schinken. Dieses soggenannte Kvelsmaten „Abendessen“ variiert zeitlich und wird je nach Hunger auch ausgelassen.

Gut, zurück nach Hønefoss. Nachdem am Donnerstag alle Austauschschüler ankamen, sprachen wir am Freitag über verschiedene Sachen wie Kulturschock und Gasfamilien. Hauptsächlich aber tauschten wir uns untereinander aus und lernten uns kennen. Am Samstag kamen dann unsere Gastfamilien um uns abzuholen. Davor war ich ziemlich aufgeregt! Sogar noch aufgeregter als ich am Abend vor der Abreise war! Es war ein ziemlich komisches Gefühl, eine Familie zu treffen, die man auf eine Art schon kennt, einem andererseits ganz fremd ist und man weiss, dass man ein Jahr bei ihr wohnen wird. Ich wurde von meinen Gasteltern Stine und Geir abgeholt. Torjus war bei den Grosseltern und kam am Abend zurück. Er ist seehehr herzig und sagt sehr gerne „ikke“ was  „nicht“ bedeutet. 😉 meine Gastschwester Synne war über das Wochenende bei ihrem Vater und wir holten sie am Sonntag dort ab. Sie und eine Freundin von ihr haben für mich Norwegisch Lektionen und eine Art kleines Übungsheft vorbereitet; sehr herzig!!  Der Ort, indem wir wohnen heisst Bøler und liegt direkt bei einem Wald mit vielen Seen. Am Sonnatgvormittag gingen wir auf einen Spaziergang durch den Wald zu einem dieser Seen um zu baden. Man müsste ja meinen, die Norweger seien gegenüber Kälte abgehärtet. Aber ich war tatsächlich die einzige, die den geschätzten 18°C kalten See nicht allzu kalt fand, und darin verweilen konnte 😉 Am Abend also nach dem Middag, gingen wir noch zum Oslofjord baden. Ich war also schon im norwegischen Meer 😉 , das erstaunlicherweise wärmer war als der See.

Heute war ich mit Stine in der Stadt, das erste mal richtig in Oslo, denn wir hatten ein Treffen auf meiner neuen Schule der Edvard Munch Videregående Skole. Sie macht einen sehr guten Eindruck und ich freue mich nächste Woche dort zu beginnen. Auch Oslo selbst gefällt mir bis jetzt sehr gut auch wenn ich noch nicht viel gesehen habe.