YFU Switzerland

Frühling

Nach einigen Nachfragen und Aufforderungen nach einem neuen Eintrag fühle ich mich schon fast ein bisschen verpflichtet euch wieder einmal zu erzählen was ich so mache, nachdem ich jetzt seit einigen Monaten nichts mehr geschrieben habe. 

Die Zeit fliegt und diese Monate sind mir vorgekommen wie höchstens ein Monat! Die ganze Zeit hatte ich noch fast ein halbes Jahr vor mir aber jetzt ist es plötzlich nur noch einen Monat. „helt sykt!“ hätte ich jetzt auf norwegisch gesagt, was so viel wie „total krank“ oder „total verrückt“ bedeutet. 

Gleichzeitig habe ich aber in den letzten Monaten soo viel erlebt. Im März war ich auf einer Schneehöhlen tour mit YFU. Mit Langlaufski sind wir zu einer grossen Schneewehe gegangen und haben dort unsere Höhlen gegraben und danach darin übernachtet. In den Osterferien waren wir in Hafjell, einem Skigebiet und sind Skigefahren. Danach war ich noch in der Pfadihütte mit einigen Freunden wo wir eis badeten. An einem Samstag war ich im „Tusenfryd“ ein Vergnügungspark wie Europapark, der ausserhalb von Oslo liegt. Am gleichen Wochenende waren, Stine, Torjus und ich mit mit den Stines Eltern in ihrer Hytte. Einfach weil wir sonst nichts zu tun hatten, so macht man das in Norwegen;)  

Nachdem es dann anfangs Mai plötzlich noch einmal schneite ist jetzt endgültig der Frühling gekommen. Den Mai habe ich so weit mit zwei Wochenender in der Pfadihütte und einer Kanutour mit der Familie verbracht. In der Pfadihütte hatten wir „Dugnad“ wo alle, auch Eltern, mithelfen die Hütte in Ordnung zu bringen. Neben Holz hacken und putzen hatten wir das Glück, das „Utedo“, Plumpsklo, entleeren zu dürfen… Ich weiss eigentlich nicht was es dazu noch zu sagen gibt aber ich kann es nicht unbedingt weiter empfehlen. Die Kanutour mit der Familie dagegen war sehr „koselig“ (gemütlich, geniessbar, angenehm, heimelig, wohlig, lauschig) ein sehr praktisches Wort, das einfach für alles steht aber unmöglich zu übersetzten ist. Es hat zwar geregnet, aber wir haben uns einfach unter unserer Plane Im Schlafsack verkrochen. 

Auch im Mai war natürlich der 17. Mai. Der norwegische Nationaltag der hier sehr fest gefeiert wird. Alle haben frei und haben ihre „Bunad“ Nationaltrachten an. Überall sieht man die norwegische Flagge und man geht in die Stadt um im Umzug zu gehen oder den Umzug zu schauen und der Königsfamilie zu winken. Die Norweger sind stolz auf ihre Vergangenheit und das feiern sie an diesem Tag. Man kann es als einen sehr nationalistischen Anlass sehen, was es ja auch ist, aber wie ich es erlebt habe überhaupt nicht im negativen Sinne. „Der kleine Bruder von Schweden“ feiert friedlich und harmonisch seine Unabhängigkeit gegenüber Dänemark uns ist stolz auf seine Königsfamilie. Alle sind glücklich und man sagt sich „gratulerer med dagen“ (gratulieren zum Geburtstag) Für mich war es ein sehr schöner Tag und ich fühlte mich sehr norwegisch;)

Dieses Wochenende haben zwei andere Austauschschüler mich und Clara in Oslo besucht und wir waren zusammen an einem Bruno Mars Konzert und am Tag danach auf einer Insel im Oslofjord um zu baden. 

Die Tage sind jetzt immer länger und es wird eigentlich gar nicht erst richtig dunkel. Es war auch sehr schönes Wetter in den letzten Tagen und oft grillen wir und sitzen noch lange draussen nachdem Torjus und später auch Synne im Bett sind.  Ich haben noch einen wunderbaren letzten Teil mit vielen Plänen, meines Austauschjahrs vor mir, aber es nähert sich dem Ende und ich würde am liebsten die Zeit anhalten! 

geh auf meine Seite um die richtigen Bilder zu sehen

 

Winter 2

Der Winter hat es vor zwei Wochen doch auch noch auf Oslo geschafft und das geniesse ich sehr! Seit wir das erste Mal im November Schnee hatten hat es nämlich bis jetzt nie mehr so richtig geschneit und ich musste mir verzweifelt Bilder der derzeit verschneiten Schweiz anschauen. Ein Wochenende waren wir dann mit YFU im Norden von Norwegen, ich komme später noch dazu es war wirklich ein tolles Wochenende, aber genau zu dieser Zeit hat es dann dort oben geregnet, während es in Oslo geschneit hat. Mit dem timing passt es also irgnediwie nicht so;)

Ich beginne jetzt mal ganz von vorne seit meinem letzten Eintrag und das beginnt mit Weihnachten. Ich wurde schon oft gefragt, wie denn Norwegische Weihnachten so aussehen und ich muss sagen eigentlich sind ganz ähnlich wie in der Schweiz. Wir hatten einen Weihnachtsbaum, den wir selbst auf einem Weihnachtsbaum Bauernhof fällten. Der Baum wurde geschmückt und alle Geschenke darunter gelegt. Am 24. ist dann die ganze Familie gekommen, ein Teil von uns ist in die Kirche gegangen, wir haben fein gegessen und dann natürlich Geschenke ausgepackt. Zum Dessert isst man dann „Riskrem“ das ist eigentlich Milchreis einfach mit Sahne zubereitet. Darin ist eine Mandel, und wer die Mandel bekommt hat gewonnen. Was man gewinnt ist in jeder Familie ein bisschen anders. Eigentlich ist es wie der Dreikönigskuchen bei uns. Es war natürlich ein bisschen komisch, ohne meine Familie Weihnachten zu feiern, aber gleichzeitig unglaublich schön diese Tradition mal auf norwegische Art und mit meiner norwegischen Familie zu erleben.

Nach Weihnachten sind wir dann für vier Tage in die Berge gefahren. Es hatte leider auch dort nicht viel Schnee aber genug um Ski zu fahren und es war sehr gemütlich dort.

Für Neujahr sind wir  wieder zurück nach Oslo und ich habe mit einigen Freunden gefeiert. Wir haben selbst einen ganzen Truthahn zubereitet 😉

Nach den Weihnachtsferien haben wir in der dunkeln Zeit auf den Schnee gewartet, der zwar nicht gekommen ist aber dafür sind alle Seen in der Nähe schwarz gefroren und wir sind ganz oft Schlittschuhlaufen gegangen. Der eine See ist wirklich gross und man kann auf lange Touren darauf gehen.

An einem Wochenende sind wir in die Hytte eines Freundes meiner Gasteltern gegangen, wo ich dann endlich das Kiten auch mit Skiern ausprobiert habe. Es ist fast ein bisschen beängstigend und ich kann es auch noch noch nicht so gut aber es macht spass. Eigentlich ist es wie normales Schifahren aber man brauch keinen Lift 😉

Vor drei Wochen waren, wie ich schon erwähnt habe, wir mit YFU im Norden von Norwegen. Norwegen ist wirklich länger als ich gedacht hätte. Von Oslo in den Norden ist es gleich lang wie von Oslo nach Rom. Also länger als in die Schweiz. Wir haben alle zusammen, die die nicht schon im Norden wohnten, das Flugzeug nach Bardufoss genommen. Ein kleines Städtchen in der Nähe von Tromsø. Dort oben hatte es ganz viel Schnee aber leider hat es dann rein geregnet. Wir liessen uns aber nicht beirren, haben im Schnee gespielt und Schneeballschlachten gemacht. Wir haben viel geredet, gelacht und ausgetauscht, wie es uns geht. Unter den Austauschschülern verstehen wir uns wirklich super! Wir sind schon fast wie eine Familie! An einem Tag haben wir dann einen Ausflug nach Tromsø gemacht. Tromsø ist eine wunderschöne Stadt wo ich auf jeden Fall noch einmal hin will. Sie liegt auf einer kleinen Insel in den Fjorden und gleichzeitig mitten in den Bergen. Sowieso die Berge und die Natur dort oben sind einfach wunderschön! Diese vier Tage gingen leider viel zu schnell und ich freue mich schon auf das nächste Treffen.

Seit der Schnee da ist, gehen wir oft zum Langlauf laufen raus. Man kann gleich vor der Haustüre beginnen. Es gibt Loipen durch den Wald und auch über den zugefrorenen Schnee. Die Tage werden jetzt wieder heller und man wird dadurch auch ein bisschen wacher. Aber gleichzeitig geht somit auch der Winter schon vorüber und das ist auch schade.

 

Winter

Langsam bekomme ich die Winterdepression von der alle reden zu spüren. Nicht dass ich depressiv geworden bin, es geht mir nach wie vor wirklich super hier, aber die Tage sind kurz und dann wenn die Sonne am hellsten scheint, sitzt man in der Schule. Ich habe mich nicht so genau geachtet, wann es dunkel wird aber wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue (17:00)  ist es stockdunkel. Man ist dann einfach immer sooo müde  und hat so keine Energie. Und der Schnee, der das ganze ein bisschen aufgehellt hätte ist leider auch schon seit längerer Zeit wieder weg. Ich hoffe wirklich, dass es vor Weihnachten wieder Schnee hat.

 

Inzwischen Zeit ist aber auch schon wieder so viel passiert und ich geniesse wirklich das Leben hier, auch wen ich fast nicht zur Ruh komme. Dieses Wochenende kann ich mich aber wieder mal erholen. Wir haben bis Weihnachten keine Prüfungen mehr, nachdem wir gerade eine Woche mit ganz Tagesprüfungen hinter uns haben.

 

Vom 8. November auf den 9. November, das Datum sollte allen ein Begriff sein, haben wir in der Schule übernachtet um die amerikanische Wahl zu verfolgen. Was heisst geschlafen haben wir eigentlich nicht, da die Wahl ja bis ca. 7 Uhr morgens andauerte und nach einem Frühstück, das wir von der Schule bekamen,  ging es ab in die Schule. An diesem Tag ging dann die halbe Schule in Trainerhosen und wartete eigentlich nur noch darauf nach Hause zu können. Aber der Anlass war wirklich ein Erlebnis auch wenn das Resultat für viele ein bisschen enttäuschend ausgefallen ist.

 

Vor zwei Wochen hatte ich ein Pfadiweekend, das ich und die anderen in meinem Alter organisiert haben. Alles ging super und den Kindern hat es allen seehr gut  gefallen.

 

Letzte Woche war ich mit einigen Austauschschülern aus und aus der Nähe von Oslo in der Oper von Oslo. Wir haben das Stück „Cosi fan tutte“ gesehen. Es war ein bisschen eine komische aber auch lustige Geschichte. Aber es war auch einfach schön das Gebäude, das von aussen schon sehr schön aussieht von innen zu sehen. Auch war es toll, mal wieder von allen zu hören, wie es so geht in ihrem Austauschjahr.

 

Was aber wirklich immer näher kommt ist Weihnachten. Ich freue mich richtig einmal norwegische Weihnachten zu erleben auch wenn es vielleicht ein bisschen komisch wird, Weihnachten nicht zu Hause zu feiern. Weihnachtsdekoration die vor einem Monat noch kritisiert wurde weil es zu früh sei, ist jetzt langsam angebracht und auch schon überall. Gestern haben wir versucht ein Bild von uns Kindern zu machen für eine Weihnachtskarte, aber mit Torjus war das ganz schön schwierig. Fürs stillhalten hat er dann aber Schokolade erhalten 😉

 

mit den Bildern ist es wieder das gleiche, ihr müsst meinen Blog anklicken um die richtigen Bilder zu sehen 😉

Schneee!! :))

Am Freitag ist er gekommen, der erste Schnee und wir mussten gar nicht mal so lange warten!  Ich sitze gerade mit einer Wolldecke auf den Knien in der warmen Stube während draussen die Schneeflocken in der Sonne glitzern und im Wind tanzen. So harmonisch und prachtvoll erlebe ich den frühen Winterbeginn hier. Aber nicht alle sind meiner Meinung. Die einen freuen sich wie ich ab dem Schnee, der die dunkeln Tage ein bisschen heller macht, während sich andere ab dem kalten nassen Schnee nerven.

Heute sind wir mit den Langlaufskiern raus gegangen auf eine kleine Tour. Der Schnee liegt überall und so kann man direkt aus dem Haus mit den Skiern losfahren.

Es ist nun schon eine lange Zeit her seit ich das letzte mal geschrieben habe aber die Zeit geht soo schnell! Seit den Herbstferien ist die Schule ein bisschen strenger geworden. Wir haben mehr Prüfungen und Aufträge. Aber ich verstehe schon bald alles, was den Schulalltag auch wieder leichter macht. Das Englisch habe ich schon ziemlich ganz hinter mir gelassen und ich versuche eigentlich mich nur noch auf Norwegisch zu verständigen.

Auch neben der Schule ist viel los. Fast jedes Wochenende habe ich irgendein Programm. Übernachtung bei Freunden oder ein Ausflug mit der Familie. Gestern habe ich mich mit Clara, der anderen Austauschschülerin aus der Schweiz getroffen und wir haben uns gegenseitig die Haare geschnitten. Nächste Woche gehe ich auf Speidertur (Speider bedeutet Pfadfinder auf norwegisch) und vor zwei Wochen hatten wir ein YFU Camp zusammen mit allen Austauschschülern. Wir waren in Kongsberg und haben dort eine Silbermine besucht, gespielt und uns ausgetauscht. Es war toll von allen zu hören wie es ihnen geht. Auf Wunsch von einigen von uns Austauschschülern wird es vielleicht möglich sein, dass wir bei unserem nächsten Treffen im Januar in den Norden von Norwegen gehen, wo wir vielleicht Nordlichter sehen können!

Vor einigen Wochen sind ich Synne und ihre beste Freundin vom Holemkollen einem Skispringturm in Oslo gehüpft. Dies mit einer Zip-Line von ganz oben bis unten, die sich so anfühlen sollte, als wäre man ein Skispringer. Das war sehr lustig und vor allem hatte man von oben eine super Aussicht über Oslo.

Ein grosses Hobby von meinem Gastvater Geir Andreas ist das Snow Kiting. Das ist kurz erklärt eine Art Skifahren zusammen mit einem Fallschirm. Auch ich möchte dies in diesem Winter ausprobieren und deshalb sind wir schon einmal ein bisschen üben gegangen. Ich habe probiert den Fallschirm in die Luft zu bringen und zu kontrollieren. Es ist ein bisschen wie einen riesigen Drachen  steigen lassen und daher ganz schön schwierig. Sobald ein bisschen mehr Schnee liegt können wir es auch mit Skiern ausprobieren. Darauf freue ich mich!

Hier freuen sich alle schon auf Juletid (die Weihnachtszeit) Auch ich freue mich auf diese gemütliche Zeit mit Peperkaker, Julebrus und Weihnachtsmusik. Der Schnee liegt ja bereits 🙂

Hier findest du ein paar Bilder von meinem Alltag, vom Kiting, vom Holmenkollen, vom YFU Weekend und vom Schnee.

(Aus irgendeinem Grund zeigt es hier nicht die richtigen Bilder an wenn du meinen Blog jedoch anklickst siehst du die richtigen 😉 )

Hyttetur!

Auch wenn mir die Schule hier eigentlich sehr gut gefällt und ich auch schon fast alles verstehe, freut man sich doch immer am meisten auf die Ferien! Diese haben hier gerade begonnen, sind aber leider auch nächste Woche schon wieder fertig. Wie schon gesagt sind die Norweger ganz verrückt nach Hyttetur, wie man eine „Tour“ in die Hütte nennt. Geht man in den Ferien nicht ins Ausland oder hat andere spezielle Pläne, geht man in die Hytte. Von der Hytte aus macht man dann verschiedene outdoor Aktivitäten oder sitzt einfach ganz gemütlich am offenen Kamin. Die Norweger lieben outdoor Aktivitäten und Friluftsliv („Freiluftleben“) das finde ich eigentlich ganz toll aber es ist schon fast ein bisschen zu übertrieben! Zum Beispiel war vor einigen Wochen ein sogenannter Friluftlivetdag an einem See am Stadtrand von Oslo, wo die Leute ein bisschen Outdoor schnuppern können sollten. Die Leute kamen massenweise mit Autos (es hätte auch eine metrostation gehabt) füllten einen riiiesigen Parkplatz und freuten sich dann ab kleinen Aktivitäten, für die man jeweils eine gute halbe Stunde anstehen musste. Oder einmal sind wir im Wald ausserhalb von Oslo zelten gegangen. Aber mit dieser Idee waren wir nicht die einzigen. Unseren lang ersuchten Patz am See mussten wir schlussendlich mit einem anderen Zelt teilen und wenn man am Abend auf den See sah, konnte man mindesten fünf andere Feuer sehen.

Wie dem auch sei, gerade jetzt sitze ich vor dem Kamin in einer Hytte in der Nähe von Jotunheim, die wir für einige Tage gemietet haben und ich muss sagen es ist ganz schön koselig. Koselig hört sich an wie kuschelig und kann man eingentlich zu allem sagen. Leider sind alle (ausser ich und Stine) ein bisschen am kränkeln und heute haben wir nicht so viel unternommen. Wir waren auf einem Bauernhof in der Nähe, wo man alle Tieren anschauen uns Streicheln kann. Gestern waren wir auf Fjelltur also auf Bergtour. Die Norwegischen Berge sind anders als in der Schweiz. Bisschen Flacher und mehr vereinzelt aber sie sind wunderschön! Im Zusammenspiel mit Seen, Flüssen und flachen Ebenen  ist die ganze Berglandschaft einfach ein Traum!

Bei den Vorbereitungen auf die Fjelltur schaut man nicht darauf möglichst wenig, einzupacken um auch möglichst wenig zu tragen, nein die Norweger haben lieber ein bisschen Luxus in ihrem Friluftsliv.  So machten wir uns also mit Matpaken, Thermoskannen voller Kakao, Kaffe und heissem Wasser um Würste zu kochen, Lomper, Ketchup, Daune, Wolle und Gore-Tex in allen Formen von Kleidern und den warm eingepackten Torjus im Rucksck auf den Weg. Nach einigen Stimmungsschwankungen von wie weit ist es noch und der Rucksack ist zu schwer kamen wir schliesslich glücklich oben an, genossen die schöne Aussicht und das schöne Wetter, assen gekochte Würstchen mit lomper und machten uns bald wider auf den Rückweg.

Auch meinem schönen I phone 6 dass ich noch kein Jahr habe, schien es in den Bergen sehr gut zu gefallen und es entscheid sich auf halber Strecke hier zu bleiben…

Und das wäre es auch, hätte ich die Abwesenheit nicht, als wir schon fast unten waren bemerkt! Ich bin dann fast den ganzen Weg nochmal zurück bis zu einem Punk wo ich es das letzte Mal benutzt habe und von dort fast hoffnungslos wieder nach unten, bis ich es plötzlich ganz traurig oder vielleicht auch glücklich, alleine zwischen Steinen und Flechten liegen sah.

Glücklich wiedervereint ging der mühsame Abstieg ganz schnell und ganz erschöpft kamen wir wieder in der Hytte an.

Weiter gehts!

Und weiter gehts in meinem Austauschjahr. Alles nimmt so seinen Lauf. In der Schule ist nicht mehr alles neu und fremd, sondern es gehört einfach zum Alltag. Ich verstehe immer mehr was die Lehrer sagen und schreibe morgen schon meine erste Prüfung. Die Klasse formt sich so langsam und jeder findet so seinen Platz. In der Familie fühle ich mich immer mehr wie ein Familienmitglied und nicht mehr wie ein Gast im Hause.

Gestern waren wir an der Konfirmation von Karine, meiner Gastkusine. Das war ein sehr schöner Tag und wir haben wieder einmal die ganze Familie getroffen. Die Konfirmation wird in Norwegen sehr ähnlich wie in der Schweiz gefeiert. Zuerst ist man in der Kirche und danach geht man nach Hause oder an einen anderen Ort um zu feiern. Das ganze war aber ein bisschen formeller als es zum Bespiel  an meiner Konfirmation war. In der Kirche war es mehr eine Zeremonie und das Fest danach war sorgfältig durchgeplant mit einigen Reden, einer Diashow und selbstgedichteten Liedern.

An der Konfirmation tragen alle, die eines haben ihr sogenanntes Bunad. Das ist die national Tracht hier und ist in allen Regionen ein bisschen verschieden. Eins ist aber klar, ein wahres Bunad muss handgemacht aus Norwegen stammen. So ein Bunad kostet daher ein halbes Vermögen und ist eine richtige Anschaffung, die man sich macht.

Vom Freitag auf Samstag bin ich bei einer Pfadkindergruppe aus Oslo vorbeischauen gegangen. Einige in meinem Alter haben mich eingeladen, mit ihnen auf Hyttetur zu kommen. Hyttetur nennt man eine Tour in die Hütte. Wir sind also an den Stadtrand von Oslo gefahren und von dort aus etwa eine Stunde in die Speiderhytte gewandert. Speider heissen hier die Pfadfinder. Diese Hytte lag einsam, weg von der ganzen Aussenwelt an einem See. Die Natur rundherum ist wunderschön und scheint nahezu unberührt. Das ist etwas was ich jetzt schon an Oslo mag. Man muss überhaupt nicht weit gehen und ist schon richtig aus der Stadt draußen aber doch nicht zu weit weg. Der Üetliberg mit seinem Wald in Zürich ist dagegen gar nichts! So wie es aussieht werde ich ab jetzt jede Woche an die Pfadfindertreffen gehen. Morgen ist das erste und ich bin gespannt, wie Pfadi in Norwegen so ist!

Hier seht ihr einige Bilder von meinem Austauschjahr bis jetzt 🙂

die erste Schulwoche

Hei zusammen

Schon mehr als zwei Wochen bin ich jetzt hier in Oslo und langsam habe ich mich hier richtig eingelebt. Ich sitze in der Stube auf dem Sofa, während meine Gastgeschwister mit dem Laufvelo und dem Trottinett im Kreis um mich herum fahren und diskutieren, wer von beiden vorne ist. mein Gastvater versucht hoffnungslos, die vielen herumliegenden Spielsachen aufzuräumen, wobei er jedoch aufpassen muss, nicht überfahren zu werden.

Langsam finde ich mich auch in Oslo besser zurecht. Die Stadt hat vieles zu bieten und erinnert mich immer mehr an Zürich. Am letzten Montag hat die Schule hier angefangen. Ein wunderschönes Gebäude fast mitten im Stadtzentrum. Die Schule gefällt mir sehr gut und sie legen sehr grossen Wert auf eine gute Klassenstimmung. So hatten wir die ganze erste Woche keine Schule, sondern haben in Gruppen einen kleinen Film zum Thema Jeg+Munch (Ich+ (Edvard) Munch) gemacht, um uns besser kennen zu lernen. Am Freitag fanden dann die sogenannten Edvards statt, wo die besten Filme gekürt wurden. Danach fand eine Art Fest im Schulhof statt. Soweit fühle ich mich in der Schule sehr wohl, aber die Sprache ist halt wie eine Barriere, um sich mit Leuten anzufreunden. Ich merke aber, wie ich jeden Tag mehr verstehe und habe auch schon angefangen, ein bisschen zu reden.

Am Wochenende sind wir in eine sogenannte Hytte (Hütte/Ferienhaus) meiner Gastgrosseltern gegangen.  Dort haben wir dann die ganze Familie meiner Gastmutter getroffen. Diese besteht aus ihren Eltern, ihrer Schwester und deren zwei Töchter Karine und Linnea. Karine ist in meinem und Linnea in Synnes alter. Das Wochenende über haben wir dann Eierschwämme gesucht, Preiselbeeren gesammelt, Holzscheiter geschleppt, gespielt, gelacht und es gemütlich genommen. Dieses Hytte-Phenomen ins hier sehr verbreitet. Fast jeder hat so eine Hytte, wo er sich am Wochenende zurückziehen kann. Am Freitag ab ca.14:00 Uhr kommt man also fast nicht mehr aus Oslo raus und am Sonntag am ca. 14:00 Uhr fast nicht mehr in die Stadt rein.

Vom spielen und aufräumen müde sitzen jetzt alle vor dem Fernseher und schauen Kindersendungen. Wer  seit dem Middag schon wieder hunger hat, macht sich jetzt langsam ein Kveldsmat. Mit der Zeit gewöhne ich mich an den Alltag meiner Gastfamilie. 🙂

 

die ersten Tage

Heute ist mein fünfter Tag in Norwegen und in dieser Zeit ist so viel passiert! Am Donnerstag sind ich und Clara, aufgeregt auf alles was auf uns zu kommt, in Oslo gelandet. Am Flughafen wurden wir von YFU Volunteers und einigen Austauschschülern, die schon angekommen waren empfangen. Zusammen wurden wir dann in einem kleinen Bus nach Hønefoss gebracht, wo ein Arrival Camp statt fand. Die einstündige Reise führte durch wunderschöne Natur und kleine Dörfer wie Roa und Grindvoll. Noch hab ich den Grind von Norwegen zwar nicht voll, aber man muss sagen, die Norweger haben lustige Namen für ihre Ortschaften.

Als wir dann in Hønefoss (Was so viel wie „Hühnerwasserfall“ bedeutet) ankamen, wurden uns unsere Zimmer gezeigt und wir verbrachten den Rest des Tages damit, auf die anderen Austauschschüler zu warten und zu essen. Auf einem kleinen Zeitplan, den wir am Anfang erhielten, waren nämlich vier Mahlzeiten eingetragen. Dies sorgte am Anfang ein bisschen für Verwirrung und man hatte das Gefühl, kaum hat man gegessen gibt es schon wieder essen. Lustigerweise hatte ich auch immer zu diesen Zeiten Hunger. Vielleicht gewöhnt man sich mit dem Flug über die norwegische Grenze automatisch an deren Essenszeiten. Diese sehen ungefähr so aus: Am Morgen, wenn man aufsteht isst man Frokost also Frühstück. Dieses ist ziemlich ähnlich wie unseres. Es gibt hauptsächlich Brot mit Konfitüre, Käse oder Schinken und dazu Kaffe, Tee, Milch oder Orangensaft. Dann gibt es um ca. 11/12 den Sogenannten Lunsj. Kommt von Lunch und ist eigentlich ein „Vorzmittag“ Es gibt so gut wie das selbe wie zu Frokost. Brot mit Käse, Schinken oder ähnlichem. Das „Middag“ und die eigentliche warme Mahlzeit des Tages kommt dann später um etwa vier oder fünf Uhr. Diese Mahlzeit besteht meistens aus Kartoffeln und Fisch oder Fleisch, kann aber auch etwas anderes sein 😉 So. Für uns wäre das vielleicht einfach ein frühes Znacht gewesen und dann wäre jetzt fertig. Aber nein, das war erst Zmittag! Damit es auch ein noch Znacht gibt, gibt es einfach nochmals Brot mit Käse oder Schinken. Dieses soggenannte Kvelsmaten „Abendessen“ variiert zeitlich und wird je nach Hunger auch ausgelassen.

Gut, zurück nach Hønefoss. Nachdem am Donnerstag alle Austauschschüler ankamen, sprachen wir am Freitag über verschiedene Sachen wie Kulturschock und Gasfamilien. Hauptsächlich aber tauschten wir uns untereinander aus und lernten uns kennen. Am Samstag kamen dann unsere Gastfamilien um uns abzuholen. Davor war ich ziemlich aufgeregt! Sogar noch aufgeregter als ich am Abend vor der Abreise war! Es war ein ziemlich komisches Gefühl, eine Familie zu treffen, die man auf eine Art schon kennt, einem andererseits ganz fremd ist und man weiss, dass man ein Jahr bei ihr wohnen wird. Ich wurde von meinen Gasteltern Stine und Geir abgeholt. Torjus war bei den Grosseltern und kam am Abend zurück. Er ist seehehr herzig und sagt sehr gerne „ikke“ was  „nicht“ bedeutet. 😉 meine Gastschwester Synne war über das Wochenende bei ihrem Vater und wir holten sie am Sonntag dort ab. Sie und eine Freundin von ihr haben für mich Norwegisch Lektionen und eine Art kleines Übungsheft vorbereitet; sehr herzig!!  Der Ort, indem wir wohnen heisst Bøler und liegt direkt bei einem Wald mit vielen Seen. Am Sonnatgvormittag gingen wir auf einen Spaziergang durch den Wald zu einem dieser Seen um zu baden. Man müsste ja meinen, die Norweger seien gegenüber Kälte abgehärtet. Aber ich war tatsächlich die einzige, die den geschätzten 18°C kalten See nicht allzu kalt fand, und darin verweilen konnte 😉 Am Abend also nach dem Middag, gingen wir noch zum Oslofjord baden. Ich war also schon im norwegischen Meer 😉 , das erstaunlicherweise wärmer war als der See.

Heute war ich mit Stine in der Stadt, das erste mal richtig in Oslo, denn wir hatten ein Treffen auf meiner neuen Schule der Edvard Munch Videregående Skole. Sie macht einen sehr guten Eindruck und ich freue mich nächste Woche dort zu beginnen. Auch Oslo selbst gefällt mir bis jetzt sehr gut auch wenn ich noch nicht viel gesehen habe.

 

 

Hallo

Hallo Zusammen

Ich heisse Anne, bin 16 Jahre alt und werde morgen mein Austauschjahr in Norwegen antreten. „Wieso Norwegen?“ werde ich oft gefragt. Ja, wieso Norwegen ich weiss es eigentlich selbst nicht so genau. Ich war noch nie dort, aber das Land mit seiner Natur und Kultur spricht mich an. Auch freue ich mich darauf eine ganz neue Sprache zu lernen (Ja, die Norweger sprechen nicht englisch, sondern tatsächlich norwegisch 😉 und in den norwegischen Alltag einzutauchen.

Die Vorfreude ist schon lange da, aber aufgeregt bin ich noch nicht so richtig, was wohl daran liegt, dass ich es gar noch nicht wirklich realisiere. Das Austauschjahr war immer so weit weg und jetzt liegt es direkt vor mir. Am Montag habe ich angefangen, meine Sachen zu packen. Es ist unglaublich schwierig, alles was man  mitnehmen möchte auf eine Tasche zu beschränken. 23kg sind doch nicht so viel wie ich gedacht habe 😉 Jetzt ist alles gepackt und morgen kann es losgehen! Zusammen mit Clara, die auch ein mit YFU nach Norwegen geht, werde ich nach Oslo fliegen, wo wir in einem 3 Tägigen Arrival Camp alle anderen Austauschschüler kennenlernen werden. Am Samstag werden uns unsere Gastfamilien vom Arrival Camp abholen.

Ich hatte schon sehr viel Kontakt mit meiner Gastfamilie, vor allem meiner Gastmutter, und freue mich riesig, sie endlich kennen zu lernen! Meine Gasteltern heissen Stine und Geir Andreas und sind beide Lehrer. Auch meine Eltern hier sind beide Lehrer, daran bin ich also schon gewöhnt 😉 Mit den Geschwistern wird es aber ein bisschen anders. Hier bin ich die jüngste von drei Schwestern, in Norwegen werde ich die älteste sein. Ich habe einer dreijährigen Gastbruder (Torjus) und eine 10jährige Gastschwester (Synne) Die Familie lebt am Stadtrand von Oslo. Nahe von einem See und einem Wald aber man ist auch schnell in der Stadt. In die Schule werde ich also in Oslo gehen, zuhause bin ich aber auch schnell in der Natur 🙂