YFU Switzerland

Erste Eindrücke

Vom Flugzeug aus sah ich Lettland zum ersten Mal. Die vielen Wälder und Seen, kleine Dörfer und Strassen – und dann sah ich Riga. Von oben schien die Stadt nicht enden zu wollen. Die Daugava wurde immer grösser und grösser. Von weitem erkannte man die markanten Gebäude, Denkmale und die Parkanlagen. Und die Sonne schien. Wie ich später bemerken werde, ist das ein seltener Genuss. Ebenso wunderbar wie der erste Blick auf Riga war das Haus, in welchem die YFU Latvia On-Arrival Orientation stattfand. Ein herzlicher Empfang, ein Gefühl der Sicherheit und die anderen Austauschschüler liessen mich die Sorgen vergessen. Doch am dritten Tag kamen die Gastfamilien und auch der letzte Funken Gelassenheit wich einer erwartungsvollen Unruhe. Im ganzen Haus herrschte hektisches Treiben, erst recht, als die Gastfamilien früher ankamen als erwartet.

 

Mit meiner Gastfamilie hätte ich es nicht besser treffen können. Bei ihnen fühle ich mich zuhause. Ein nicht unwichtiger Grund dafür ist das vorhandene Klavier. Ich spiele sooft es mir möglich ist. Was nicht sonderlich oft ist: Meine ersten Tage hier in Lettland waren vollkommen ausgebucht: Fahrradtour, Stadtbesichtigung, Schulanfang, Ausflug nach Jūrmala, Besuch bei den Grosseltern, Besuch bei den anderen Grosseltern, Museen und Kunstgalerien besichtigen, meine Gastschwestern zu ihren Reitstunden begleiten, das Kosmosa Festivals und ganz nebenbei noch die Schule. Dort werde ich auch zu allen möglichen Veranstaltungen eingeladen, Schulprojekte werden vorgestellt und ich zum Mitwirken überredet. Abends falle ich todmüde ins Bett. Wenn ich nur eine freie Minute hätte, ich würde sie verschlafen.

 

Aber ich bin glücklich und das Leben hier ist so ganz anders als in der Schweiz. Manches vermisse ich schon; an erster Stelle steht das frische Bergquellwasser. Und von manchem wünschte ich mir, es wäre in der Schweiz genauso: Schüler dürfen gratis Bus fahren, Schulbeginn erst um 8:40 Uhr und (leider etwas schwieriger zu bewerkstelligen) die Nähe zum Meer.

Ich erlebe hier soviel, dass ich die Zeit, alles aufzuschreiben, gar nicht habe. Und soviel neue Eindrücke, positive Eindrücke, dass ich mir nicht alle merken kann. Aber ich kann sie ein zweites Mal und ein drittes Mal erleben; ich habe ein ganzes Jahr Zeit!