YFU Switzerland

2 Monate in Estland

Jetzt bin ich schon etwas über 2 Monate in Estland und dachte, es wird Zeit für einen neuen Blogeintrag. In den letzten 2 Monaten ist mir klar geworden, dass ich mein Austauschjahr nicht an meiner jetzigen Schule verbringen möchte. Nach den Ferien werde ich die Schule wechseln, was für mich ein kompletter schulischer Neustart sein wird. Auch war viel Überzeugungsarbeit notwendig, um diesen Schritt gehen zu können. Ich würde sagen, dass ich in den letzten 2 Monaten noch selbstständiger geworden bin und viel gelernt habe. Ein Austauschjahr ist nicht ein perfektes Jahr. Ich musste feststellen, dass es neben vielen schönen Momenten, es auch viele Hürden gibt. Doch ich denke, genau aus solchen Momenten lernt man fürs Leben.

Good times become good memories
Bad times become good lessons

In diesen Ferien werde ich mit meiner jetzigen Schule für eine Woche nach Bochum gehen. Nächsten Mittwoch geht es schon los. Ich freue mich und bin dankbar, dass mir diese Chance ermöglicht wurde.
In den letzten 2 Monaten habe ich jedoch auch festgestellt, dass ein Austauschjahr teurer als erwartet ist. Anfangs dachte ich, ich würde mit meinem Taschengeld gut zurechtkommen, da Estland ja nicht gerade teuer ist. Doch dann kamen immer mehr unerwartete Ausgaben dazu, wie ein Trip nach Riga, der Trip nach Deutschland oder das Schulgeld ( meine jetzige Schule ist eine Privatschule).
Auch wird es immer kälter. Im Oktober war es meistens zwischen 2-10 Grad warm, jedoch kam es auch vor, dass die Temperatur -2 Grad betrug. Ich habe gedacht, es wäre jetzt schon kälter und finde die Kälte gut auszuhalten. Im Dezember soll die Durchschnittstemperatur -1 Grad betragen, jedoch soll es im Januar und Februar dann richtig kalt werden. Jemand meinte zu mir, dass es bis zu -30 Grad kalt werden kann, was ich mir im Moment schwer vorstellen kann. Und wer denkt, die Esten hätten sich an die klirrende Kälte gewöhnt, der täuscht. Hier beschwert sich jeder über die Kälte und den langen, kalten Winter. Auch hat der Winter eigentlich jetzt schon begonnen. Nächste Woche soll es Schnee geben 🙂 Der Winter in Estland ist lang und kalt. Bis März kann es dauern, bis sich die Sonne wieder blicken lässt. Die Kälte macht mir im Moment gar nicht so zu schaffen, vor allem die Dunkelheit ist für mich neu. Die Dämmerung beginnt recht früh (so gegen halb 7) und gäbe es die Laternen nicht, würde ich, wenn ich um halb 8 nach Hause laufe nichts sehen. Auch muss man hier Reflektoren tragen, damit man von den Autos nicht übersehen wird. Man kann sogar Strafzettel bekommen, wenn man kontrolliert wird und keinen Reflektor trägt. Mit dem Estnischen läuft es immer noch nicht besonders gut, jedoch habe ich mir vorgenommen, jetzt mehr zu lernen, denn in der neuen Schule werde ich keine Privatstunden mehr bekommen.
So, das war es jetzt erstmals von mir.
Tsau
Anna