YFU Switzerland

meine ersten zwei Wochen in Kongsberg

Nun bin ich schon mehr als zwei Wochen hier in Norwegen, doch es fuehlt sich definitiv nach viel, viel mehr Zeit an. Es ist schon so viel passiert und ich habe schon so viel erlebt, sodass ich euch kaum alles erzaehlen kann.

In meiner ersten Woche in Norwegen hatte ich noch Ferien, was mich besonders freute, da ich in der Schweiz bereits Schule haette:) Meine Gasteltern mussten bereits wieder zur Arbeit gehen und meine Gastschwester hatte Besuch aus Oesterrrich, so verbrachte ich diese Woche hauptsaechlich mit meinem aelteren Gastbruder. Er zeigte mir jeden Tag einen neuen See oder Fluss in der Umgebung, doch schwimmen gehen bedeutet hier glaube ich nicht das, was ich eigentlich darunter verstehe…Wir mussten jedes mal ungefaehr eine Stunde mit dem Velo fahren, bis wir zu dem See oder dem Fluss kamen, und dann sprangen wir einmal ins wirklich extrem kalte Wasser. Dann ging es bereits wieder heimwaerts:P Ich glaube, die Distanzen hier sind ein wenig anders als in der Schweiz. Eine Stunde mit dem Velo ist nahezu nichts.

In dieser Woche lernte ich drei Maedchen kennen, die alle die gleiche Schule, zwei sogar die gleiche Klasse wie ich besuchen wuerden. Sie waren sehr offen und nett zu mir. Sie erzaehlten mir alle ungefaehr fuer zwei Stunden, wie es hier in Kongsberg ist, wie die Schule ist und noch ganz viel mehr. Ich war wirklich extrem froh, dass meine Gastmutter diese Treffen arangiert hatte!

Am Wochenende fuhr ich dann mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester in unsere Huette am Meer. Es war so wunderschoen dort! Wir unternahmen Bootstouren innerhalb von Inseln und um die Inseln herum. Wir gingen auch oft schwimmen, doch das Meer war extrem kalt! Die anderen beiden fanden es zwar ganz ok fuer diese Jahreszeit, aber ich fand es wirklich arschkalt 😛 (Das ist auch so etwas, was mir immer wieder auffaellt hier in Norwegen. Wenn nur ein bisschen Sonne zwischen den Wolken hindurchschaut und das Thermometer von 10 auf 15 Grad steigt, legen sich alle in die Sonne und tragen die leichtesten Sommerkleider, waehrend ich mit langen Hosen und Pullis friere:P) Ausserdem gingen wir mehrmals Wasserski fahren, was sich als viel schwieriger als es aussieht herausstellte…Waehrend meine Gastmutter und meine Gastschwester problemlos aus dem Wasser kamen und ueber die Wellen sprangen, gelang es mir nur einmal zu „fahren“. Das naechste Mal wenn wir ans Meer fahren, were ich es wieder probieren, und wer weiss, vielleicht gelingt es mir eines Tages:)

Am Montag begann dann meine Schule. Ich konnte mich zum Glueck vor der Schule mit den beiden Maedchen treffen, die ebensfalls mit mir in die Klasse kommen wuerden treffen. Die ersten drei Tage hatten wir pro Tag nur eine oder zwei Lektionen Schule, in denen wir unsere Buecher oder unsere Computer (Jah, wir bekamen alle einen eigenen Laptop :D)  bekamen oder an irgendwelche Informationsveranstaltungen gehen mussten. In meiner Klasse kannte sich noch Niemand und alle waren sehr scheu. Ich probierte zwar mit ihnen zu reden, aber die meisten antworteten nur mit Ja oder Nein…Ich war wirklich sehr froh, dass ich schon zwei kannte!

Am Dienstag machte ich dann auch zum ersten Mal Bekanntschaft mit unserem Alarmsystem zu Hause. Es war das erste Mal, dass ich als Erste nach Hause kam. Mein Gastvater hatte mir zwar am Tag zuvor erklaert wie ich in den Alarm ausstellen muss, aber irgendwas lief schief und im ganzen Haus und wahrscheinlich im ganzen Dorf war die laute Sirene unseres Alarmes zu hoeren:P Mein Gastvater musste dann extra von seiner Arbeit nach Hause kommen um den Alarm auszuschalten…

Ab Donnerstag hatten wir dann „normal“ Schule, es fielen aber trotzdem 4 Lektionen aus. Wir hatten Mathe, was sich als sehr, sehr einfach herausstellte – wir lernten wie man km in m umrechnet. Und manche Leute aus meiner Klasse hatten tatsaechlich Probleme damit! Mit dem Beginn des „normalen“ Unterrichts wurde es auch einfacher mit den Leuten zu reden, worueber ich sehr froh bin. Ein Maedchen hat sogar organisiert, dass ich naechsten Dienstag mit ihr zusammen in den Chor von Kongsberg gehen kann!

Die Norweger erlebe ich als sehr spontane Menschen. Man weiss nie genau, was der Tag alles bereithaelt… Man kann sich zum Beispiel nie sicher sein, ob man heute noch schwimmen geht oder eine anstrengende Velofahrt durch den Wald unternimmt.

Gestern war ich auf meiner ersten norwegischen Geburtstagsparty. Ein Maedchen aus einer zwoelften Klasse hat mich eingeladen, ich habe mich so gefreut! Die Geburtstagsparty unterschied sich so extrem von Geburtstagsparties in der Schweiz! Wir grillierten im Garten, obwohl es nur knapp 10 Grad hatte und danach gucken wir einen Film auf einer riesigen Leinwand im Garten. Es war sehr lustig aber kalt:P

Nun bin ich sehr gespannt wie es naechste Woche in der Schule wird, da es ganz wahrscheinlich keine Stundenausfaelle mehr geben wird. Ich bin vor allem sehr gespannt wie es in den Musikstunden wird, da ich auch hier in Norwegen das Hauptfach Musik habe und wenn mein Stundenplan stimmt und ich alles richtig verstanden habe, habe ich mehr als 50% der Lektionen Musik, Tanz oder Theater.

Viele Liebe Gruesse aus dem schon kaelterwerdenden Norwegen:)