YFU Switzerland

Aloha Hawaii!

Aloha!

Vermehrtes Nachfragen und neugierige Verwandten erinnerten mich daran, dass dieser Blogeintrag nun (schon seit längerem) überfällig ist. Obwohl es nun schon eine Weile her ist, seitdem ich eine Woche auf einer Insel mitten im Pazifik verbrachte, habe ich die Erinnerungen und Bilder immer noch klar vor Augen.
Es begann alles mit einem elfstündigen Flug mit Stop in Phönix, Arizona. Zur Veranschaulichung: Mein Transatlantikflug war acht Stunden; und ich verliess nicht einmal das Land! Jedenfalls vertrieb ich mir mit diversen Filmen (und mit Schreiben des vorherigen Eintrages) die Zeit und schon landete der Flieger in Honolulu auf Oahu. Im Flughafen hörte ich dann zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Berner Dialekt! Die Freude war gross 🙂 Im Gesamten traf ich vier andere Schweizer auf dem Trip, was mehr war als ich mir erhoffte. Daneben war die Gruppe von Deutschen dominiert: Sie machten über einen Drittel (von der beinahe 60-köpfigen) Gruppe aus. Ausserdem hatte es auch viele Nordländer – vorwiegend Norweger – und der Rest war (mit Ausnahme eines Japaners und eines Amerikaners) Mitteleuropäer.
Am nächsten Morgen ging es dann direkt zum Strand, der nur einige Minuten (zu Fuss) vom Hotel entfernt war. Wir genossen den Tag in der Sonne, ich probierte mein erstes „Shaved Ice“ – eine hawaiische Spezialität – und am Nachmittag gab es eine Katamarantour. Auf dem Schiff versuchten diverse einen Ton aus einem Muschelhorn zu kitzeln – manche mit mehr, andere (ich) mit weniger Erfolg. Das Aussergewöhnlichste waren allerdings die Wale, die wir in der Ferne erblicken konnten.
Die neue Woche startete grossartig: Wir fuhren zur nördlichen Seite der Insel und bekamen Surfunterricht! Dabei lernte ich (oh Wunder) diverse Dinge: Das Aufstehen ist nicht so schwer wie man sich das vorstellt, das Stehen bleiben ist das Trickreiche; das Wasser muss nicht sehr tief sein, damit man surfen kann (sie sagten uns sogar, dass wir möglichst flach (ergo Rücken/Bauch) fallen sollten, da das Meer dort weniger als einen Meter tief sei und die Steine scharf seien); es gibt nicht nur Steine dort unten (per Zufall berührte einen Seeigel, der mir gerade einen seiner Stacheln schenkte); und das Anstrengendste ist nicht das Surfen selber, sondern das Hinauspaddeln. Trotzdem gefiel mir das Surfen sehr und nach der Lektion gab ich das Surfboard nur widerwillig wieder zurück. Die Aussicht auf den Besuch im polynesischen Kulturzentrum machte es aber mehr als wieder wett. Dort sahen wir verschiedene Shows und konnten uns selber an einem Hulatanz versuchen. Diese – so lernte ich – erzählen jeweils eine Geschichte und haben die typischen Hula-Bewegungen zwischen den einzelnen Elementen. 
Am nächsten Tag lernten wir auch noch etwas über die Geschichte Hawaiis während einer Stadtführung. Wir sahen einen der zwei Palästen im US-amerikanischen Territorium, deren Staatsgebäude, welches wie ein Vulkan aufgebaut ist (innen nach oben offen, von Wasser umgeben und die Struktur der Wände erinnert an Gestein) und das Hawaii Five-O Hauptgebäude (welches ich nicht erkannt hätte xD; fand ich allerdings besser als das einiger der Übereifrigen, die bereits den Palast als das Hauptquartier erkennen wollten). Den Nachmittag verbrachten wir nochmals am Strand, einem privaten dieses Mal, was ebenfalls herrlich war (obwohl die Wellen so hoch waren, dass ich nicht komplett ins Wasser ging).
Mittwochs war besonders der Morgen erinnerungswürdig: Wir besuchten Pearl Harbor, den Ort, wo Japaner Bomben auf den Hafen warfen und damit USAs Einzug in den zweiten Weltkrieg markierten. Ein kleines Boot brachte uns nach einem Film noch raus zum Memorial, welches sie auf der USS Arizona (einem Kriegsschiff, das an diesem Tag sank) errichtet hatten. Obwohl ich wusste, dass dort ein Schiff lag(inklusiv der Mitglieder, die an diesem Tag in den Tod gerissen wurden), erschütterte es mich doch, als ich Teile des Schiffes aus dem Wasser ragen sah. Ich dachte mir, es läge tiefer. Die eher tristen Gedanken wurden allerdings am Nachmittag wieder aufgehellt, als wir zuerst einen Flohmarkt und später noch ein Einkaufszentrum besuchten. Dort assen wir im Restaurant „Bubba Gump Shrimp Co“, was alles eine grosse Anspielung auf den Film „Forrest Gump“ war. Da ich den Film nie gesehen hatte, blieben mir viele Bezüge allerdings ein Rätsel.
Donnerstag war ein aktiver Tag: Am frühen Morgen nahm ich an der freiwilligen Yogalektion am Strand teil bevor wir dann mit einem öffentlichen Bus (ÖV! Fühlte mich gerade der Schweiz etwas näher, trotz den elf Stunden Zeitunterschied) zum Diamond Head zu fahren, einem alten Vulkankrater. Wir wanderten unabhängig zur Spitze und genossen die kilometerweite Aussicht. Der Abstieg war etwas geeilt doch glücklicherweise hatten sie am Fusse gewartet bis auch die Letzten wieder dort waren. Den Nachmittag hatten wir zu freier Verfügung, den ich und einige andere damit verbrachten, nochmals zu surfen; dieses Mal ohne gestochen zu werden, dafür mit mehr Gelegenheiten, da die Gruppe kleiner war.
Den zweitletzten Tag verbrachten wir in einer wunderschönen Bucht, wo wir Gelegenheit hatten zu schnorcheln und den hawaiischen Staatsfisch, den Humuhumunukunuku apua a (oder, auf deutsch, Diamant-Picassodrückerfisch oder Humudrückerfisch) zu entdecken. 

Und um die geniale Woche grandios abzuschliessen nahmen wir am Abend an einem Lu’au teil, einem grossen hawaiischen Fest. Wir bekamen bunte Tattoos, ein Blumenarmband und als es dunkel wurde, begann die Show. Sie bestand aus vielen Darbietungen, einige, die einfach sangen, viele, die tanzten und sogar eine mit Feuer! 
Und am nächsten Morgen hiess es auch schon wieder „aloha“ (was nicht nur „Hallo“, sondern auch „Auf Wiedersehen“ und „ich liebe dich“ heisst) zu unseren Freunden (bei einigen sogar schon am Abend zuvor, da deren Flieger sehr früh war). Ich hatte das Glück zusammen mit zweien, mit denen ich einen grossen Teil der Woche verbracht hatte, nach Los Angeles zu fliegen. Dort ass ich um 10 Uhr (oder 7, je nach Zeitzone) zu Abend bevor ich dann um Mitternacht in mein letztes Flugzeug stieg (zur Anmerkung: Schlafen im Flieger ist noch anstrengender als Schlafen im Car). Und damit ging eine einzigartige Woche zu Ende, was noch besser war beim Gedanken, dass meine restlichen Freunde sie in der Schule verbrachten 🙂

 

Aloha
eure Anita

Ps. Dieses Mal gebe ich keine Andeutungen wann der nächste Eintrag kommt, da es wahrscheinlich eh nicht so eintreffen wird xD. Danke fürs Ausharren und bis bald!

PPs. Es gibt bereits einige Einträge über Hawaii, deshalb danke an alle die nicht zur Familie gehören und es trotzdem gelesen haben 🙂