YFU Switzerland

they say home is where your heart is

Hundert (!) Tage Südafrika. Vor hundert Tagen habe ich zum ersten Mal Fuss auf mein zu-Hause-für-ein-Jahr gesetzt. Hundert Tage die sich anfühlen wie drei Wochen, aber irgendwie auch wie eine Ewigkeit. Hundert Tage mit vielen Hochs und vereinzelten Tiefs. Hundert Tage, in denen ich lernte, was es heisst geliebt zu werden, meine Familie und Freunde zu schätzen gelernt habe, wie hart es sein kann, wenn man nicht verstanden wird, nicht wegen der fremden Sprache, aber weil einfach alles anders ist und hundert Tage bis zum Rand gefüllt mit Südafrika.

Ein Austauschjahr ist wie eine Fahrt mit der Achterbahn. Zuerst will man unbedingt damit fahren und ist sehr fasziniert von der Vorstellung, dann geht es schnell. Man muss einsteigen und dann kommen die ersten mulmigen Gefühle. Dann gibt es Hochs und Tiefs. Aber es wechselt dann sehr schnell. Am Ende ist man ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist, ein bisschen stolz, dass man es überlebt hat, erfreut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und eigentlich würde man am liebsten sitzen bleiben und noch mal fahren.

In diesen hundert Tagen ist auch einiges geschehen: Ich war für einen Tag islamisch und habe mein erstes Zuckerfest gefeiert, ich habe zum ersten Mal „gebraait“, ich habe meinen ersten korrekten Satz in Afrikaans über die Lippen gebracht, ich war das erste Mal Nachtschwimmen und ich habe meinen letzten Schultag in der Grade 10 hinter mich gebracht. Aber zurück zum Anfang. Da meine Gastfamilie islamisch ist, darf ich auch hin und wieder zum Genuss dieser Religion kommen, denn sie feierten Eid, was wie ein zweites Weihnachtsfest ist. Was ich auch zu spüren bekommen habe: Essen wohin das Auge reichte. Die kos was baie lekker ! Apropos Afrikaans, ich habe meinen ersten richtigen Satz gesagt, was dann soviel wie ich bin müde, geheissen hat und zum Schmunzeln geführt hat, wie immer wenn ich etwas sage, was man nicht erwartet, oder wenn ich etwas falsch verstehe oder gar nicht verstehe.

Man sagt zu Hause ist dort, wo das Herz ist. Es ist seltsam zwei Daheims zu haben – meilenweit voneinander entfernt.

Liefdegroete uit Suid-Afrika