YFU Switzerland

No Food – No Friendship

Alle vier Jahreszeiten an einem Tag, das beschreibt das Wetter hier in Port Elizabeth am Besten. Kälte, Regen, Hitze. Man kann sich nie sicher sein, was als nächstes kommt. Ich glaube daran werde ich mich nie gewöhnen. Der Rest ist eigentlich schon Alltag für mich geworden: sich die Zähne unter der Dusche putzen, immer und überall auf ein Auto angewiesen zu sein und an die zu süssen Getränke und das zu scharfe Essen. Die Schule scheint mir auch nicht mehr so gross wie zu Beginn und langsam weiss ich auch wie alles abläuft. Am Mittwoch durfte ich mit der Grade 11 Tourismusklasse mit ins Kwantu Game Reserve. Ich bin eigentlich nicht der grösste Freund von Tieren, aber Elefanten haben es mir angetan, deshalb war ich voller Freude, als wir zuerst Elefanten füttern und streicheln durften. Dabei musste man aber beachten: No Food – No Friendship. Danach gingen wir auf einen Game Drive, mein erster und wahrscheinlich nicht letzer, weil Nationalparks hat es hier in Südafrika mehr als genug. Die Fahrt war ein richtiger Glückstreffer, weil man hat mir erzählt, dass man manchmal zwei Stunden fährt und keinem einzigen Tier begegnet, was bei uns nicht der Fall war. Gesehen haben wir: Sträusse, Giraffen, Zebras, Nashörner und das Highlight des ganzen Tages: Einen Löwen, was immer ein bisschen Glück braucht, um einen anzutreffen. Es war ein gelungener Ausflug.

Gestern haben wir Schule gegen 10 Tage Ferien ausgetauscht. Die ganze Woche war eigentlich schon keine wirkliche Schule mehr, das Einzige was ich gelernt habe, ist, dass man nicht wirklich intelligent sein muss, um zu bestehen, denn man braucht nur 40%, was weniger als eine Note 3 ist. Aber trotzdem kommen viele nicht durch das Jahr, was mir ein ungeklärtes Rätsel ist, wie man das erreichen kann. Der Freitag bestand aus einem Awards Assembly, einer Pause, einem House Award Assembly und dem Bekommen der Zeugnisse. Assemblies finden entweder auf dem Pausenplatz oder in einer Halle statt. Weil es regnete, versammelte sich die ganze Schule in der Halle. Man muss sich immer schön nach Klasse einreihen, warten bis jemand sagt, man darf sich setzen und dann braucht es Geduld und ein stilles Mundwerk. Zu Beginn wird immer gebetet, danach werden wichtige Informationen durch gegeben und gestern war es ein spezielles Assembly. Wie der Name schon sagt, werden Auszeichnungen vergeben. Die ganze Prozedur dauerte sehr lange und meine Beine waren nachdem auch nicht mehr zu gebrauchen, aber sie hatten noch ein zweites Assembly vor sich. Die Schule hat vier verschiedene „Häuser“, um den Schulgeist zu stärken und den Ehrgeiz zu vergrössern. Diese Häuser haben dann irgendwelche Herausforderungen zu bestreiten und das beste Haus gewinnt. Anscheinend hat die Schule für alles Trophäen, denn bei dem House Award Assembly wurden auch noch einmal ein paar Auszeichnungen verliehen. Nachdem hatte ich das Gefühl, dass die Ferien noch nötiger sind, als sie es schon sind.

Eigentlich wollten wir dieses Wochenende zelten gehen, aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, deshalb gehen wir jetzt wahrscheinlich nächste Woche. Die Südafrikaner sind nicht so wetterfest, wie andere Menschen: Schon nur, wenn es ein bisschen windet oder regnet geht man nicht aus dem Haus, weil es zu kalt ist. Gestern Abend gingen wir, wegen dem abgesagten Campingausflug, ins Kino in der grössten Mall von Port Elizabeth: Greenacres. Es ist wie der St.Jakob’s Park in Basel nur etwa 10 mal grösser und es hat immer zu viele Leute. Ich habe noch nie in meinem Leben so einen beängstigenden Horrorfilm gesehen, aber ich konnte noch knapp damit umgehen, dann kamen wir am späten Abend nach Hause, ich machte das Licht an und eine Glühbirne explodierte. Das war dann eindeutig zu viel des Guten.

Hier sind noch einige Fotos vom Kwantu Game Reserve:

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