YFU Switzerland

they call it africa – we call it home

25 Tage Südafrika. Es scheint mir als wäre ich schon viel länger hier, als ich es wirklich bin. Mit meiner Gastfamilie hätte ich es nicht besser treffen können: Mutter, Vater, Oma und drei jüngere Gastbrüder, die mich immer auf Trab halten. Es ist eine coloured, afrikaans, islamische Familie, was eigentlich ganz anders ist, von all den Dingen, die ich kenne, aber so anderst ist es gar nicht. Es gefällt mir sehr gut, ausser dass es Winter ist, denn die guten Leute aus Südafrika haben die Erfindung der Heizung irgendwie nicht mitbekommen, deshalb muss ich mit vier Decken schlafen und am Morgen aufzustehen ist noch schlimmer als zu Hause, was unvorstellbar ist. Wenn ich mich überwunden habe und endlich aus den Federn gestiegen bin, heisst es rein in die Schuluniform, an welche ich mich noch gewöhnen muss. Zum Zmorgen isst meine Familie ganz normale Cornflakes mit Milch, der Unterschied zwischen uns besteht nur darin, dass sie das Ganze in der Mikrowelle aufwärmen, mit der Begründung, dass die Milch sonst zu kalt ist. Danach fährt uns die Mutter zur Schule, zuerst lädt sie die zwei kleinen aus und dann meinen 14-jährigen Gastbruder und mich. Die Schule ist riesengross und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wo was ist, aber zum Glück bringen mich meine Mitschüler immer zum richtigen Zimmer und holen mich wieder ab, ohne sie wäre ich verloren. Nach der Schule holt uns die Mutter wieder ab und bringt uns nach Hause. Weil dieser Term in drei Wochen vorbei ist, hat man eine Pause vom Sport, und beginnt dann nach den Ferien mit den Sommersportarten. Einer der grössten Unterschiede zwischen der Schweiz und Südafrika liegt in dem Bereich Sicherheit. Um das Haus ist eine Mauer, man fährt überall mit dem Auto hin und man schliesst dieses ab, während man fährt und zwei Hunde bewachen das Haus und es sind keine „Haustierhunde“, wie man sie bei uns hat, es sind solche, welche zur Bewachung gedacht sind. Die zwei Huskies haben sieben Welpen und ich habe eigentlich ja Angst vor Hunden, aber die sind so süss, da ist sogar das vergessen. Da die Familie islamisch ist, besuchen meine drei Gastbrüder noch eine Koranschule, das ist auch der Grund, weshalb ich jetzt die Ruhe vor dem Sturm geniessen kann. Zu früh gefreut, jetzt sind sie alle wieder da.