YFU Switzerland

Januar & Februar

Hallo Zusammen!

Januar und Februar ist nicht so viel passiert, einmal hat es einen Lockdown Drill in der Schule gegeben, das ist ein Test für den Fall eines School Shootings oder Attentats und der Alarm ist losgegangen und wir mussten alle in einem Ecken des Schulzimmers zusammenstehen und still sein während der Lehrer die Türe abgeschlossen hat und alles verdunkelt hat. Ende Januar war die YFU-Mid-Year Orientation, an der ich wieder mal alle YFU-Austauschschüler aus der Region getroffen habe. Wir hatten einige Workshops aber auch viel Freizeit.

Anfangs Februar bin ich einmal während der Stunde zum Schulleiter gerufen worden und ich habe mich schon gefragt was ich falsch gemacht hatte aber er wollte vorallem mit mir sprechen weil seine Vorfahren im 19. Jhd. aus der Schweiz in die USA ausgewandert sind und hat mich dann gefragt wie man die Gemeinde aus der sie kommen aussprechen würde (ich habe den Namen vergessen, aber es war irgendwo im Kanton Graubünden) und wie man seinen Nachnamen (Kreis) ausprechen würde auf Deutsch weil er spricht es wie „crease“ aus. Das war noch lustig.

Rodeo

Ich bin auch einmal an ein Rodeo gegangen mit meiner Gastfamilie (wenn ich schon in Texas bin). Es war natürlich hoch patriotisch, die ganze Halle war in rot-blau-weiss geschmückt und am Anfang hat jemand die Nationalhymne gesungen und alle haben den „Pledge of Allegiance“ aufgesagt (den müssen wir übrigens auch jeden Tag in der Schule aufsagen) und dann hatte es verschiedene Disziplinen, unter anderem Kälber möglichst schnell mit dem Lasso einzufangen und zu fesseln, möglichst lange auf bockenden Pferden und Stieren zu bleiben (sie bocken weil ihnen die Hoden mit einem Gurt abgebunden werden), Pferdewagenrennen um Fässer etc.Beim Stierreiten ist einmal einer abgeworfen worden und der Stier ist ihm auf den Brustkorb gestanden und er wurde dann aus der Arena getragen aber ein paar Minuten später ist er noch einmal kurz herausgekommen, von daher war es wahrscheinlich nicht so schlimm.Aber das Rodeo insgesamt hat mir nicht so gefallen, einfach von der Art her wie die Tiere behandelt werden. Allgemein werden Tiere hier mehr wie Objekte und nicht Lebewesen behandelt.

Track & Field

Ich habe auch mit Leichatlethik angefangen aber es war ziemlich mühsam weil ich zuerst noch zugelassen werden musste und dann musste ich zu jensten verschiedenen Ärzten und das Gesundheitssystem in den USA ist schon etwas für sich, von dem her bin ich froh dass es in der Schweiz so gut geregelt ist. Aber schlussendlich bin ich dann zugelassen worden (nachdem ich jenste Tests gemacht hatte, unter anderem musste ich einen Herzmonitor tragen für 24h). Ich habe jeden Tag nach der Schule 1.5h Training und es ist schon noch streng aber macht auch Spass.
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Mir geht es gut und ich fühle mich immer mehr Zuhause hier.

Liebe Grüsse aus Texas,

Anna

Weihnachten in Las Vegas

Hallo Zusammen!

Es tut mir leid dass so lange nichts gekommen ist aber ich habe es ehrlich gesagt ein bisschen vergessen und immer wieder am Dezember Post gearbeitet den ich jetzt endlich fertig habe (2600 Wörter, upss), und jetzt bin ich am Januar und Februar am arbeiten. Ich hatte jetzt auch keine Geduld mehr um Probezulesen, daher hat es im letzten Teil wahrscheinlich ein paar Fehler.

In der ersten Dezemberwoche ist nicht viel passiert, in der zweiten  war eine YFU Weihnachtsparty am Samstag an der ich viele andere Austauschschüler kennengelernt habe. Wir mussten ein Gericht aus aus unserem jeweiligen Heimatland mitbringen und dann haben wir zuerst gegessen und einfach geredet. Anschliessend gab es einen „Ugly Sweater Contest“ bei dem wir alte Langarmshirts mit Lametta und Weihnachtsbaumkugeln etc.  verziert haben. Meine Gruppe hat leider nicht gewonnen aber es hat trotzdem Spass gemacht. 
In der letzten Woche vor den Ferien hatten wir die Semester Finals. Das sind sozusagen die Abschlussprüfungen vom ersten halben Schuljahr in denen noch einmal alles vorkommt was wir durchgenommen haben und das Resultat macht 15% der Gesamtnote aus. Mein Geburtstag war am Dienstag dieser Woche und ich bin am Abend mit meinen Gasteltern auswärts essen gegangen.

 

“Roadtrip” nach Las Vegas

Für Weihnachten sind wir nach Las Vegas gegangen da die Schwester und ein Bruder meiner Gastmutter dort wohnen mit ihren Familien und auch ihre Eltern sind von Utah auf Besuch gekommen. Wir haben dann alle bei der Schwester meiner Gastmutter gewohnt für eine Woche und das Haus war schon ziemlich voll aber wir haben auch viel ausserhalb gemacht. Mein Gastvater hatte nur die Weihnachtstage frei und musste danach gerade wieder arbeiten und konnte deshalb nicht mitkommen.

 

Wegen den Finals hatten wir nur Schule bis am Mittwoch und dann sind wir schon am Donnerstag nach Las Vegas gegangen. Wir sind mit dem Auto gefahren und meine beiden älteren Gastschwestern und meine Gastmutter haben sich beim fahren abgewechselt. Die Hinreise hat um die 18 Stunden gedauert, das meiste davon durch die Wüste. Es hat schon fünf Stunden gebraucht um erst einmal aus Texas herauszukommen! Wir sind am Morgen um 6 Uhr losgefahren und ich habe am Anfang noch geschlafen. Am Anfang war es vor allem Prärie mit ein paar verstreuten Häusern und wir sind auch immer wieder an Baumwollfeldern vorbeigekommen. Manchmal ist die Strasse neben Eisenbahnschienen entlanggegangen und einmal haben wir einen extrem langen Güterzug überholt. Wir sind auch an einem Ölfeld vorbeigekommen mit Pumpen.

 

Ölpumpen in Texas

Ziemlich bald nachdem wir von Texas nach New Mexico gekommen sind haben Bergketten am Horizont angefangen und nach ein paar Stunden haben wir in der Ferne die Schneeberge in Colorado gesehen. Am Anfang waren die Felsen noch bräunlich-gelb aber mit der Zeit sind sie dann rot geworden. An der Grenze zu Arizona sind wir durch ein Reservat gefahren und ein wenig ausserhalb sind ein paar Tipis gestanden als Touristenattraktion. In diesem Gebiet hat auch ein Grossteil der “Indian Wars” stattgefunden (die Siedler und das amerikanische Government gegen die Ureinwohner).

 

Tipis in New Mexico 

Als wir nach Arizona gekommen sind, ist die Sonne gerade untergegangen und der fast volle Mond ist schon am Himmel gestanden und der ganze Himmel war pink und hat alles um uns herum rosa erscheinen lassen und es hat wunderschön ausgesehen.

 

der Sonnenuntergang in Arizona

Zwischendurch haben wir Filme geschaut im Auto oder einfach Musik gehört und ich habe auch viel geschlafen. Die Umgebung ist mit der Zeit immer felsiger geworden und teilweise hat es auch Schnee gehabt. Den letzten Tankstellenstop vor Las Vegas haben wir in einem kleinen Bergstädtchen in 2000 müM gemacht (wir haben ungefähr alle 3-5 Stunden an einer Tankstelle gestoppt um den Tank wieder zu füllen und aufs WC zu gehen etc.) und im Tankstellenshop dort habe ich Toblerone gefunden, die ich natürlich gekauft habe! Als wir etwa eine Stunde von Las Vegas entfernt waren, ist ein Lichtschein am Horizont aufgetaucht der fast wie der Anfang der Morgendämmerung aussah, aber es waren die Lichter von Las Vegas. Als wir die Stadt das erste mal gesehen haben, waren wir immer noch in den Bergen und wir sind um eine Kurve der Strasse gekommen und unter uns hat sich ein riesiges Lichtermeer ausgebreitet. Es war wunderschön!  

 

Las Vegas bei Nacht

Am nächsten Tag sind meine beiden älteren Gastschwestern, meine Gastmutter, “Gasttante” und “Gastgrossmutter”  am Nachmittag Kleider für eine Silvesterparty kaufen gegangen, sonst haben wir nicht viel gemacht und uns einfach von der Reise erholt.

 

Hoover Dam

Am Samstag sind wir am Morgen zum Hoover Dam gefahren, das ist ein riesiger Staudamm der den Colorado River zum grössten Stausee in den USA aufstaut.

 

 

Er ist über 200 Meter hoch und fast 400 Meter breit! Der Colorado River ist an dieser Stelle auch die Grenze zwischen Nevada und Arizona und eine Zeitzonengrenze. Jedesmal wenn wir die Seite gewechselt haben haben sich all unsere Handys und die Autouhr um eine Stunde verschoben. Der Staudamm wurde zwischen 1933 und 1935 gebaut während der “Great Depression” und ist nach Herbert Hoover benannt, dem Präsidenten zu dieser Zeit. Der Damm hat auch ziemlich grosse Auswirkungen auf die Umwelt da es vor dem Bau des Damms immer wieder Hochwässer gegeben hat die jetzt ausbleiben und die grosse Aufstauung des Flusses ändert die Temperatur sodass einige Fischarten jetzt vom Aussterben bedroht sind. Las Vegas ist mehr oder weniger eine Riesenstadt mitten in der Wüste die Unmengen von Wasser konsumiert. Deshalb ist der Wasserpegel des “Lake Meads” konstant am sinken und man hat eine weisse Linie gesehen wo der alte Wasserspiegel war und das war schon noch eindrücklich.

 

Der gesunkene Wasserspiegel

 

Zuerst sind wir über die “Mike O’Callaghan–Pat Tillman Memorial Bridge”, die eine der höchsten der Welt ist, gefahren und haben den Staudamm von oben gesehen. Dann haben wir eine falsche Abzweigung genommen und mussten noch einmal über die Brücke um auf den Damm zu gelangen, aber wir haben dann zuerst an der Brücke angehalten und sind rübergelaufen und haben Fotos gemacht.

 

Die “Mike O’Callaghan–Pat Tillman Memorial Bridge”

Anschliessend sind wir zum Damm gefahren und sind auf die andere Seite gefahren und haben dort parkiert und sind über den Damm und wieder zurück gegangen. Es hatte sehr viele Touristen und war um die 25 Grad warm. 

Auf dem Rückweg haben wir in einem der ältesten A&W Restaurants angehalten zum Mittagessen. A&W ist eine Rootbeermarke die es seit den frühen Zwanzigern gibt was für amerikanische Verhältnisse sehr alt ist. Root Beer ist ein Soft Drink  der Ähnlichkeiten mit Cola hat aber mehr einen Vanille & Hustensirup Geschmack hat. Es ist noch schwierig zum beschreiben. Ich habe die meisten Rootbeermarken nicht so gern und auch das normale A&W Rootbeer nicht aber das im Diner war frisch gebraut und das mochte ich dann. Das Essen dort war allgemein sehr lecker (und ungesund), ich habe einen “Shrimps Basket” bestellt. Etwas das ich auch noch cool finde an amerikanischen Restaurants ist, dass man sein Getränk gratis wieder auffüllen kann so oft wie man will.

Das A&W Diner

Mein “Shrimp Basket”

Las Vegas Strip

Nach dem Essen sind wir zum Strip gefahren und je näher wir gekommen sind desto dichter ist der Verkehr geworden. Kurz vor dem Strip war die Strasse zehnspurig und es hatte trotzdem Stau einfach weil es so viele Autos hatte. Sind wir in CocaCola, M&M und Hershey (das ist so die amerikanische Schokoladenmarke) “Museen”in denen es einfach ganz viele verschiedene Sorten und Merch gehabt hat.

Das Coca Cola Museum von aussen.

 

Danach sind wir noch durch ein Kasino gelaufen aber es hat mir nicht so gefallen weil einfach alle vor ihren jeweiligen Glücksmaschinen gesessen sind und es hat allgemein eine ziemlich triste Stimmung geherrscht. Das Kasino war wie der Eingang zum New York Hotel Komplex in dem wir einfach noch ein bisschen herumgelaufen sind.

Der Strip bei Sonnenuntergang

Little Paris

Als es langsam dunkel geworden ist, sind wir zum Bellagio Hotel gegangen und haben die Wassershow angeschaut. Es war sehr schön aber wenn man so ein bisschen überlegt ist es richtig krank so mitten in der Wüste. Ein bisschen später am Abend ist dann auch immer ein Lieferwagen mit Bildern von nackten Frauen drauf und der Aufschrift “We Bring The Girls To Your Room” herumgefahren und wir haben auch die ganze Zeit Obdachlose/Drogenabhängige gesehen. Las Vegas ist schon toll wenn man nicht zu genau darüber nachdenkt aber es ist alles nur Fassade und Show und es passiert so viel falsches. Aber ich finde es ist etwas, dass man mal gesehen haben muss.

Christmas Eve

Am Heiligabend haben wir Kinder die “Stockings” bekommen, das sind diese “Socken” die über dem Cheminée hängen. Darin sind eher so kleinere Geschenke und Süssigkeiten. Nach dem Nachtessen haben wir Löffeln gespielt, nur dass sie es “Spoons” nennen und man ist nicht schon nach dem ersten mal raus wie bei uns, man bekommt zuerst ein “S”, dann ein “P” und so weiter und die erste Person die “SPOONS” hat, hat verloren und das Spiel ist zu Ende. Es war lustig weil alle sehr kompetitiv geworden und und die erste Person die Löffel häufig vom Tisch gewischt hat und dann alle denn Löffeln hinterher gehechtet sind. 

Christmas Day

An den USA packt man die Geschenke normalerweise am Morgen gerade nach dem Aufstehen aus weil der Weihnachtsmann sie sozusagen “über Nacht bringt”. Also haben wir zuerst die Geschenke ausgepackt und dann Weihnachtsfilme geschaut, viel gegessen und am Abend wieder Spiele gespielt.

Utah Roadtrip

Am Tag nach Weihnachten sind wir mit einem riesigen gemieteten Wohnmobil campen gegangen. Wir sind von Las Vegas nach Hurricane (ja, das war der Name der Stadt) in Utah gefahren und sind dann in Burgerrestaurent essen gegangen und es war der beste Burger den ich je hatte! Nach dem essen sind wir noch ein bisschen im Städtchen herumgelaufen aber es war nicht so viel los. Als es langsam Abend geworden ist, sind wir auf den Campinglatz zurück und haben uns für die Nacht vorbereitet. Wir waren zu neunt im Wohnwagen und ich, meine Gestschwestern und ihr 9 jähriger Cousin haben alle in einem Doppelbett geschlafen und es war sehr eng aber auch lustig. 

Hier ein paar Bilder:

Die Canyonlandschaft durch die wir gefahren sind

 

Der Campingplatz mit Schneebergen im Hintergrund

Mit der Zeit sind die Felsen immer roter geworden

Zion National Park

Am nächsten Morgen war es sehr kalt und ich war plötzlich sehr froh um um all die Körperwärme im Bett. Wir sind schon relativ früh losgefahren in Richtung Zion National Park. Es hatten einfach eine Passstrasse die durch den Park geführt hat und es hat etwa zwei Stunden gedauert um durchzufahren weil wir auch immer wieder angehalten haben um Bilder zu machen und manchmal mussten wir auch langsamer fahren weil die Strassen vereist waren und einmal hatte es einen Unfall der Stau verursacht hat. Es war wunderschön und das hat mir eigentlich besser gefallen als Las Vegas.

Auch die Strassen waren rot

Einmal als wir einen Stop eingelegt haben, haben wir einen kleinen “Red Rock Snowman” gebaut

Auf dem Rückweg sind wir an Colorado City vorbeigefahren, das ist ein kleines Dorf in dem eine extremistische Mormonengruppe unter Warren Jeffs vor ein paar Jahren Polygamie betrieben hat aber er ist jetzt im Gefängnis. Davon habe ich auch in der Schweiz gehört und das war so der Kontext aus dem ich Mormonen gekannt habe und ich glaube das geht noch vielen Leuten in Europa so. Ich sage das jetzt vor allem weil meine Gastfamilie auch Mormonen sind und im ersten Moment habe ich mir auch so gedacht wo ich jetzt hier nur so gelandet bin aber meine Gastmutter hat mir dann erklärt dass das mit der “offiziellen” Polygamie nur für eine kurze Zeitspanne war und auch während dieser Zeit längst nicht alle damit einverstanden waren. Es war aber auch nur weil die Mormonen Anfangs verfolgt und umgebracht worden sind. Deshalb hatten sie fast keine heiratsfähigen Männer mehr und Mormonen glauben in verschiedene Stufen im Himmel (da komme ich auch nicht ganz draus) und man kann die “höchste Stufe” nur erreichen wenn man verheiratet ist. Und weil halt alle Männer umgebracht worden sind haben die Übergebliebenen mehrere Frauen geheiratet dass sozusagen alle eine Chance hatten diese Stufe zu erreichen aber das ist heutzutage normalerweise nicht mehr der Fall und das mit Warren Jeffs ist eigentlich vergleichbar mit Islam und dem IS. Meine Gastfamilie geht schon jeden Sonntag in die Kirche aber das ist eigentlich normal in Texas, unabhängig von der Glaubensrichtung.

Auf dem Rückweg hatte es noch einmal drei Umfälle und deshalb hatten wir ziemlich viel länger um zurückzukommen weil es immer mitten im nirgendwo war aber wir hatten Kartenspiele dabei und so ist die Zeit eigentlich noch schnell vorbeigegangen.

Wir sind dann etwa um 8 Uhr wieder in Las Vegas angekommen und Angel, Aleena (meine “Gasttante”) und ich sind noch shoppen gegangen. Eigentlich wollten wir nur so eine halbe Stunde gehen aber schlussendlich sind es 3 Stunden geworden aber wir haben Spass gehabt. Auf dem Rückweg sind wir am Hotel vorbeigekommen von dem das Vegas Shooting vor zwei Jahren aus war, bei dem 58 Menschen gestorben und über 800 verletzt worden sind. Auf der Strassenseite vis-a-vis hatte es eine Tankstelle die “#vegasstrong” auf dem Leuchtschild hatte und Aleena hat ein Tattoo im Zusammenhang damit. So im Alltag hat man nichts mehr davon mitbekommen aber es ist schon immer noch präsent. 

Rückreise

Am nächsten Tag sind wir am morgen losgefahren, zuerst wollten wir noch zum Grand Canyon gehen aber für das hätten wir sehr früh aufstehen müssen und es war sehr kalt und es wäre nicht soo anders vom Zion National Park gewesen, also haben wir das weggelassen und haben dafür ein paar Stunden länger geschlafen. Am ersten Tag sind wir 8 Stunden gefahren und haben dann in Gallup, New Mexico in einem Hotel übernachtet. Zum Abendessen sind wir ein ein Restaurant mit typischem Südstaatenessen gegangen, und es war sehr lecker aber auch schwer. Ich habe Fried Chicken, Fried Okra (das ist so ein schottenförmiges Gemüse das ein bisschen schleimig ist, es schmeckt besseres es sich jetzt anhört) und Fried Apples gegessen. Es war sehr kalt und hatte etwa 30cm Schnee und die Strassen waren vereist.

Mein sehr frittiertes Znacht

Am nächsten Morgen sind wir schon um 6 aufgestanden um loszufahren. Es ist noch kälter geworden, in der Wüste hatte es teilweise -20° Celcius

Die verschneite Steppe

Einen Teil sind wir auch auf der echten Route 66 gefahren. Weil die Strassen vereist waren haben wir viele Trucks gesehen, die von der Strasse abgekommen sind und einfach neben dar Strasse gestanden oder umgekippt sind, mit der Zeit habe ich aufgehört zu zählen weil es einfach zu viele waren. Insgesamt sind wir so um die 4h Stunden einfach gestanden weil es immer wieder Umfälle gegeben hat die erst mal aus dem Weg geräumt werden mussten. Einmal hatte es einen kleinen Hang neben der Strasse und Mia (die jüngste Gastschwester) und Bradley (Der Cousin der mit uns gefahren ist weil er und Aleena noch eine Woche zu uns gekommen ist), sind Schlitteln gegangen. Meistens haben wir einfach noch die Spuren im Schnee gesehen und einmal hat es blaue Autoteile über die ganze Strasse verstreut gehabt aber das Wrack war nicht mehr dort. Ein bisschen später als wir wieder einmal gestanden sind ist ein Krankenwagen auf dem Grasstreifen in der Mitte im Schnee an uns vorbeigeholpert weil fast alles riesige Lastwagen waren die nicht ausweichen konnten. Bei diesem Unfall haben wir das Autowrack noch gesehen, es ist auf dem Dach gelegen.  

Der Stau hat hauptsächlich aus Lastwagen bestanden.

Uns ist zum Glück nichts passiert und wir sind heil zu Hause angekommen.

Liebe Grüsse aus Texas,

Anna

Die Hälfte ist schon vorbei!

Kaum zu glauben, aber ich befinde mich jetzt so ziemlich in der Mitte meines Austauschjahres in Südafrika. Ich weiss gar nicht, was ich davon halten soll. Einerseits freue ich mich jetzt schon tierisch darauf meine Familie und Freunde in der Schweiz wiederzusehen, andererseits kann ich es mir gar nicht vorstellen meine Gastfamilie und Freunde, welche mir sehr ans Herz gewachsen sind, zu verlassen. Ich sollte mir darüber aber noch keine Gedanken machen. Immerhin habe ich noch fünf Monate vor mir.

Nele ist inzwischen umgezogen, allerdings nicht mit ihrer Gastmutter nach Pretoria, sondern zu einer anderen Familie hier in Nelspruit. Ihre Gastmutter konnte sie nun doch nicht mitnehmen. Das Gute ist, dass wir uns immer noch in der Schule sehen und sie ist auch sehr zufrieden mit ihrer neuen Familie.

Weihnachten ist jetzt schon mehrere Wochen her. Anders als in der Schweiz wird der 24. Dezember hier nicht gross gefeiert, der 25. Dezember dagegen schon. So kam es, dass ich Heiligabend grösstenteils mit Nele bei der Arbeit ihrer Gastmutter verbrachte. Sie arbeitet im Labor und untersucht vor allem Blutproben auf Malaria und andere Krankheiten. Sie wollte uns mal mitnehmen um uns ihre Arbeit zu zeigen. Es war sehr interessant zu sehen wie sich Malaria infiziertes Blut und auch andere Krankheiten unter dem Mikroskop zeigen. Wir liessen uns sogar von einer Krankenschwester Blut abnehmen und konnten einen Blick auf unser eigenes Blut werfen und unsere Blutgruppe bestimmen. Dies ist nun wirklich keine typische Aktivität an Heiligabend, aber es war echt spannend. Am Abend traf sich die ganze Familie bei den Grosseltern wo es eine grosse Vielfalt an Essen gab und die jüngeren Kinder schon ein paar Geschenke öffnen durften. Eigentlich darf man dass nämlich erst am 25. Dezember. Darum warteten wir noch bis Mitternacht bevor wir unsere Geschenke öffneten. Am 25. Dezember fuhren wir zum Haus des Onkels wo wir einen Braai hatten. Alles in Allem war Weihnachen echt schön, auch wenn meine eigene Familie so weit weg ist. Vom Onkel bekam ich übrigens ein ganz besonderes Geschenk: ein Küken! Auf seiner Farm rennen eine Menge Hühner herum von denen ich mir ein Küken aussuchen durfte. Es wohnt nun in meinem Zimmer in einer Box und rennt tagsüber durch das ganze Haus. Es hält mich ganz schön auf Trab, da ich es vor unseren zwei Hunden und der Katze beschützen muss. Es hat sich eine wahre Hass-Liebe zwischen ihm und uns entwickelt. Es schreit ununterbrochen, wenn es hungrig ist, Aufmerksamkeit möchte, oder auch einfach so. Mein Gastvater redet ständig darüber, eines Tages ein Chicken Stew aus ihm zu kochen. Auch wenn es sehr nervig sein kann und es mich schon einige Male an den Wochenenden um sechs Uhr morgens geweckt hat, werde ich es mit aller Kraft vor dem Stew bewahren. Es ist einfach zu niedlich wie es jedes Mal in meiner Hand einschläft.

Silvester haben wir nicht gross gefeiert. Feuerwerk ist hier illegal, aber man darf es an bestimmten Orten abfeuern. Einer dieser Orte war eigentlich das grosse Stadion in Nelspruit. Als wir dort ankamen war es jedoch abgeschlossen und wir fuhren zurück zur Farm wo wir nur “leises” Feuerwerk anzündeten, um die Tiere nicht zu erschrecken.

Die Schule hat am 9. Januar wieder angefangen. Da hier das Schuljahr im Januar beginnt, gehe ich nun in die 11. Klasse und habe neue Lehrer und auch zum Teil neue Mitschüler. Es ist gerade Sportsaison der Schulen. Letzte Woche hatten wir an meiner Schule Interhouse, wobei zum Unterschied zum Hinterhigh die Schüler innerhalb einer Schule in verschiedenen Leichtathletikdisziplinen gegeneinander antreten. Beim Interhigh treten verschiedene Schulen gegeneinander an. Die ersten Drei in jeder Disziplin haben sich automatisch für die Interhigh qualifiziert. Ich habe beim 1500 Meter Lauf mitgemacht. Da bei diesem nur zwei andere Mädchen meines Jahrgangs mitgemacht haben, habe ich mich qualifiziert. Jetzt muss ich Montags bis Donnerstags jeden Nachmittag eine Stunde trainieren, und dass bei den hohen Temperaturen. Aber es macht auch Spass.

Gestern habe ich zum ersten Mal eine Schlange in der Hand gehalten! Wir haben gestern zum zweiten Mal die “Schlangenfänger”, wie ich sie nenne, beim Eingang der Farm angetroffen. Dass ist eine Familie, die sich für das Wohl der Schlangen einsetzt. Man kann sie anrufen, wenn man auf seinem Grundstück eine Schlange findet. Sie fangen Schlangen und lassen sie außerhalb der Stadt wieder frei oder zeigen sie bei Aufklärungsarbeiten. Damit wollen sie verhindern, dass die Bevölkerung aus Angst Schlangen tötet. Als wir sie das erste Mal getroffen haben, hatten sie eine Ägyptische Kobra dabei, die natürlich viel zu giftig ist um sie mit der ungeschützten Hand zu halten. Auch gestern hatten sie eine hochgiftige Puffotter dabei, aber auch eine Baby Python und eine Kornnatter, welche ich auf der Hand halten durfte. Sie fühlen sich viel geschmeidiger und weicher an als ich erwartet hatte.

Nächsten Freitag geht es auf nach Pretoria zur Mid-Orientation. Ich freue mich schon sehr die anderen Austauschschüler wiederzusehen. Wir werden uns sicher eine Menge zu erzählen haben.


Ein Semester im College (USA)

Hallo zusammen!

Ich heisse Sarah und bin jetzt bereits seit letztem August in Illinois, USA . Ich mache mein Austauschjahr in einem College. Ich besuche das Wabash Valley College. Es ist eine sehr kleine Schule mit etwa 500 Studenten. Diese sind jedoch nicht alle immer dort. Die meisten von ihnen arbeiten nebenbei.

Kurz nachdem ich ankam hatten wir eine Einführungswoche. Wir machten einen Rundgang durch das Schulareal, gingen einkaufen, und vieles mehr. Wir schrieben unseren Englischeinstufungstest und wurden in die Klassen eingeteilt. Dann kauften wir die Schulbücher und so waren alle bereit für das erste Semester. Der Stundenplan schien recht einfach und nicht mit viel Schule, denn Freitags war schulfrei.

Meine Schulfächer waren English Grammar, Reading, Listening and Speaking, Writing und eine Diskutierklasse. Bald war ich Mitglied vom Schülerrat. Dort organisierten wir verschiedene Anlässe wie z.B. eine Halloweenparty oder …. Die meisten Englishklassen waren zusammen mit anderen international Students.

Mein Gastvater ist Schulbusfahrer und bringt uns jeden morgen in die Schule und holt uns um drei Uhr wieder ab. Es ist nicht ein klassischer gelber Schulbus. Es ist ein roten Van und eigentlich ist er sehr gross für nur drei Studenten. Unsere Fahrten sind manchmaletwas kriminell, aber bis jetzt sind wir immer heil in der Schule oder zuhause angekommen.

Ein grosser Unterschied zur Highschool ist, dass es im College keine Plausch-Sportteams gibt. Wir haben Basketball, Baseball/Softball, und Volleyball, jedoch nur für Personen die Profi werden möchten. Die Sportler kommen von überall aus Amerika und Zentralamerika sowie auch aus Kanada. Es ist sehr schade aber es gibt wirklich keine Sportteams wo man einfach aus Spass mitmachen kann.

Die meiste Zeit im ersten Semster verbrachte ich mit den anderen Exchange Students. Drei kamen aus Vietnam, zwei aus Deutschland, einer aus Japan und eine aus Uruguay. Wir unternahmen auch viel zusammen nebst der Schule. Wir gingen shoppen, gemeinsam essen, Footballspiele der High School anschauen, wandern/spazieren und unternahmen einmal sogar einen Wochenendtrip nach Nashville TN. Da unser College zu einem Verbund mit drei anderen Colleges gehört, unternahmen wir auch Aktivitäten zusammen mit den International Students aus den anderen Schulen. Wir gingen Minigolf spielen, hatten gemütliche Wochenenden, gingen in einen Freizeitpark oder für vier Tage nach Chicago. Es war meistens etwas los und wenn nicht, genossen wir die Zeit mit unserer Gastfamilie.

Meine Gastfamilie ist ein älteres Ehepaar (80+). Früher wohnten mehrere Austauschstudenten bei Ihnen. Jetzt bin ich die Einzige. Das ist irgendwie schade. Meine Gasteltern haben Enkelkinder, welche etwa 10 – 14 Jahre alt sind. Diese besuchen wir ab und zu. Manchmal fahre ich mit meinem Gastvater zum Mac Donalds. Dort treffen wir die halbe Stadt. Im Grunde ist es nie wirklich langweilig. Wenn mir doch einmal ein wenig langweilig wird, mache ich Hausaufgaben oder lerne für die Schule.

Ich lebe irgendwo inmitten von Feldern, abseits einer Ortschaft und somit habe ich auch keine Nachbarn, mit welchen ich etwas unternehmen könnte. Aber ich geniesse die Zeit hier und bin gespannt was mich noch alles erwarten wird im zweiten Semester.

Allen ein Gutes 2019!

Sarah

 

Weihnachtszeit in Südafrika

Goeie dag almal

Nun ist es schon Mitte Dezember, Weihnachten steht vor der Tür. Kaum zu glauben bei den oft an  die 40 Grad grenzenden Temperaturen. Aber auch ohne Schnee, Grittibänzen und Samichläusen kommt bei mir wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung auf. Seit drei Wochen haben wir Sommerferien und so hatten Nele und ich viel Zeit um sowohl Zimtsterne und Mailänderli als auch ein paar lokale Kekse zu backen. Ausserdem haben wir Adventskalender für unsere Gastfamilien gebastelt. Wir mussten nämlich feststellen, dass hier die Adventszeit, Adventskalender, Adventskränze, und was sonst noch dazu gehört, nicht bekannt ist. Schon seit einer Woche steht in unserem Wohnzimmer ein Weihnachtsbaum, liebevoll von meiner Gastmutter mit Lametta und Plastiksonnenblumen geschmückt. Der Sonnenblumenbaum repräsentiert Weihnachten im Sommer ziemlich gut, wie ich finde. An Weihnachten wollen wir wieder zu dem Damm fahren, in dem wir in einer meinen ersten Wochen den riesigen Wels gefangen haben. Wir werden dort natürlich einen Braai haben, schwimmen und in der Sonne liegen. Es wird zwar komplett anders sein, als das Weihnachtsfest, dass ich kenne, aber ich freue mich echt darauf. Klar, irgendwo vermisse ich die winterliche Stimmung. Wenn man sich jedesmal dick einmummelt, bevor man einen Schritt vor die Haustüre wagt und es dann aber drinnen kuschelig warm ist und man eine schöne Tasse Tee  trinken kann. Aber es hat auch was, wenn man Weihnachten im Bikini feiern kann.

An den Wochenenden in den Ferien sind wir häufig mit dem Auto durch die nähere Umgebung von Nelspruit gefahren. Es gibt so viele schöne Orte hier in der Nähe. Wir sind über den Long Tom Pass gefahren, wobei man an einer Kanone vom Burenkrieg vorbei kommt, welche dem Pass seinen Namen gibt. Bei der Gelegenheit haben wir uns auch die Stadt Lydenburg ein bisschen angesehen. An einem anderen Wochenende haben wir “God’s  Window” besichtigt, einem Aussichtspunkt, von dem man an einem klaren Tag bis nach Mozambique sehen kann. Ausserdem waren wir bei ein paar Wasserfällen; einem riesigen Wasserfall, welcher in eine tiefe Schlucht fiel und zwei kleineren, bei denen wir baden konnten und sogar unter den Wasserfall stehen konnten. Eine willkommene Abkühlung bei der Hitze. An diesem Tag waren wir auch in Graskop, einem kleinen Touristenstädtchen, und in Pilgrims rest, was eine beinahe ausgestorbene Goldgräberstadt ist. An all diesen Touristenorten sitzen immer Leute, welche selbst gemachte Figuren der Big Five aus Holz oder Stein, Bilder oder Schmuck verkaufen. Auch Stände mit Früchten und Nüssen findet man überall. Manchmal gibt es einen kleinen Stand oder die Ware ist einfach nur auf dem Boden ausgebreitet. Die Kunstwerke sind oft echt beeindruckend und wenn sich die bunten Stände aneinanderreihen, sieht es wunderschön aus. Mit Rufen versuchen die Verkäufer einen anzulocken und sind oft ziemlich hartnäckig. Dass ist aber auch verständlich, wenn man bedenkt, dass sie pro Tag vielleicht nur ein oder zwei Stück loswerden.

Unter der Woche sind Nele und ich häufig allein zu Hause, da sowohl meine Gastgeschwister als auch meine Gasteltern arbeiten. So kommt es, dass wir im Moment eine Folge Game of Thrones nach der anderen schauen. Es ist aber auch mal schön so gar nichts zu tun zu haben, auch wenn mir manchmal etwas langweilig wird. Ein paar spannende Dinge passieren aber auch auf der Farm. Zum Beispiel hat uns der Grossvater (Oupa Pete) an einem Tag zu seinem Haus gerufen mit der Begründung, dass er ein “Buschbaby” gefangen hätte. Buschbabies sind kleine, flauschige nachtaktive Primaten mit riesigen Augen. Wir hören ihren Ruf manchmal am Abend. Ein scheussliches Geräusch, es klingt wie der verzerrte Schrei eines Neugeborenen aus einem Horrorfilm. Mit dem Bild eines niedlichen Buschbabies vor Augen liefen Nele und ich sofort zum Haus der Grosseltern. Oupa Pete hatte einen Leinensack in den Händen und wir kamen näher um einen Blick auf das vermeintliche Buschbaby werfen zu können. Wir waren jedoch einigermassen geschockt, als wir stattdessen die glänzende Schuppenhaut einer Schlange erblickten. Es war allerdings eine ungiftige Würgeschlange und da ich Schlangen mag, solange sie mir nichts tun können, wollte ich sie auch einmal halten. Leider konnte ich dass dann doch nicht tun, aber vielleicht bietet sich diese Gelegenheit irgendwann noch einmal. Die Schlange hat Oupa Pete übrigens hier in der Nähe gefangen. Er hält sie nun zusammen mit einem Artgenossen in einem Käfig auf dem Gelände der Farm. 

Im Moment läuft eigentlich alles ganz gut. Zum Glück habe ich wenig Heimweh und hoffe, dass das auch so bleibt. Mich beschäftigt aber, dass Nele in weniger als drei Wochen mit ihrer Gastmutter und ihrer kleinen Gastschwester nach Pretoria zieht. Pretoria ist nicht wahnsinnig weit entfernt, mit dem Auto sind es etwa vier Stunden. Aber es ist auch keine kleine Strecke die man einfach so mal fährt. Es war echt schön für uns beide eine andere Austauschschülerin in der unmittelbaren Nähe zu haben. Wir können uns in die jeweilige Lage versetzen und können offen miteinander reden. Ein kleiner Pluspunkt war natürlich auch, dass wir beide Deutsch reden, was manchmal ganz gut war. Aber ich versuche auch an die positiven Seiten des Umzugs zu denken. Wir werden uns besser auf unser eigenes Austauschjahr konzentrieren können und auf unsere Erlebnisse hier. Mal sehen, wie dass so wird.